Günther Prien – der Held von Scapa Flow, gilt seit 8. März 1941 als vermisst

Günther Prien (Lebensrune.png 16. Januar 1908 in Osterfeld, im heutigen Burgenlandkreis; Todesrune.png gefallen 8. März 1941) war ein deutscher U-Boot-Führer. Im Zweiten Weltkrieg versenkte er am 13. Oktober 1939 in Scapa Flow mit der U 47 das englische Schlachtschiff HMS „Royal Oak“, außerdem bis zum 30. Oktober 1940 über 200.000 BRT Handelsschiffsraum. Im März 1941 kehrte das „As der Tiefe“ von einer Feindfahrt nicht zurück.

Ritterkreuzträger Günther Prien (1908 – 1941)

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Früher Werdegang

Günther Prien wurde am 16. Januar 1908 in Osterfeld, in der Provinz Sachsen als ältester Sohn eines Richters geboren; er hatte zwei Geschwister. Den Besuch des Gymnasiums in Leipzig brach er im Sommer 1923 ab und ging zur Handelsmarine. Nach acht Dienstjahren bei der Handelsmarine hatte er alle Dienststellungen durchlaufen und sich 1931 für die Kapitänsausbildung qualifiziert. Im darauffolgenden Jahr machte er mit erst 24 Jahren das Patent als Kapitän für Große Fahrt und stellte damit eine herausragende Kompetenz dar. Prien wurde Opfer der Arbeitslosigkeit in der Weimarer Republik, die ihn in einer Folge von Arbeitsdiensteinsätzen tätig werden ließ. 1931 trat er der NSDAP bei.

Drittes Reich

Die Kriegsmarine, in die er am 16. Januar 1933 eintrat, bot eine berufliche Perspektive. Nach einer Dienstzeit auf dem leichten Kreuzer Königsberg als Fähnrich z. S. erhielt Prien sein Offizierspatent und wurde im Oktober 1935 der U-Boot-Flotte mit dem Dienstgrad Leutnant zur See überstellt. Zusammen mit den später ebenfalls sehr erfolgreichen Kommandanten Joachim Schepke und Herbert Schultze nahm er an der beginnenden Ausbildung teil. Die U-Boot-Schule hieß aus Tarnungsgründen Unterseebootsabwehrschule, oder UAS, und wurde am 6. Juni 1935 unter das Kommando von Kapitän zur See Karl Dönitz gestellt.

Zum Neujahrstag 1937 wurde Prien im Anschluss an seine zweijährige Ausbildungszeit zum Oberleutnant zur See befördert. Während des darauffolgenden Jahres wurde er als IWO auf dem Erprobungstyp U 26 unter Kapitänleutnant Werner Hartmann eingesetzt, wobei er während des Spanischen Bürgerkrieges wertvolle Erfahrungen sammeln konnte.

Am 17. Dezember 1938 im Dienstgrad eines Oberleutnants zur See übertrug man Prien das Kommando über das Boot U 47 vom Typ VIIB. Von seinen Vorgesetzten wurde Prien für seine herausragenden Manöverleistungen gelobt. Am 1. März 1939 wurde er zum Kapitänleutnant befördert.

Günther Prien

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Kriegseinsatz

Bei Kriegsausbruch im September gelang Kapitänleutnant Prien als Erstem die erfolgreiche Versenkung eines Feindschiffes auf seiner ersten Feindfahrt. Zwei Tage nach Beginn der Feindseligkeiten gelang ihm die Versenkung des britischen Dampfers Bosnia. Der Dampfer wurde jedoch erst nach der Evakuierung der gesamten Besatzung mit einem Torpedo versenkt. Menschenleben waren bei diesem Angriff nicht zu beklagen.

Die ersten Gefechte ergaben drei Versenkunken: Nach der Bosnia wurden am 6. und 7. September erfolgreich die britischen Frachter Rio Claro und Gartavon versenkt. U 47 lief am 15 September wieder im Stützpunkt ein, und zehn Tage später wurde Prien für seine Verdienste das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.

In den Alltagsbetrieb der Reichskanzlei brachte Kapitän von Puttkammer Leben mit der Meldung, daß ein deutsches U-Boot am 13. Oktober 1939 in Scapa Flow eingelaufen wäre und zwei Panzerkreuzer versenkt hätte. Die weiteren Meldungen bestätigten die ersten Nachrichten. Nach zwei Tagen wurde mitgeteilt, daß das U-Boot unter der Führung von Kapitänleutnant Prien in den Nachmittagsstunden in Wilhelmshaven einlaufen würde. Ich machte Hitler den Vorschlag, mit uneren beiden großen Condor-Maschinen die gesamte Besatzung von Wilhelmshaven nach Berlin zu fliegen, wo er sie dann persönlich begrüßen könne. Hitler war damit einverstanden, ich startete sofort und landete kurz vor dem Einlaufen des U-Bootes in Wilhelmshaven. Wir blieben auf dem Flugplatz und warteten dort auf die Besatzung. Sie kam auch auf direktem Wege zu den Maschinen: in ölverschmeirter Kleidung und mit grimmigen Bärten. Die Marineleitung aber wollte die Männer so nicht nach Berlin fliegen lassen. Man mußte sich erst rasieren, die Uniformen wurden gewechselt. Prien machte auf mich einen prächtigen Eindruck: er war klein, aber sehr lebendig und lebhaft beim Schildern seiner Erlebnisse. Ich verteilte die Männer der Besatzung – fast dreißig an der Zahl – die jetzt so völlig anders aussahen, auf die beiden Maschinen. Der Kapitänleutnant saß neben mir auf dem Maschinistensitz. Ein Fotograf von Hoffmann machte während des Fluges sehr nette Aufnahmen von uns. Es war angeordnet, daß wir in Kiel noch einmal übernachteten, um an nächsten Morgen in Berlin einzutreffen. Auf dem Tempelhofer Feld sollte um 10 Uhr 30 ein offizieller Empfang stattfinden. Wir starteten in Kiel so, daß wir pünktlich auf dem Tempelhofer Flugplatz landeten. Die Männer – alle in neuen Uniformen – machten einen sehr guten Eindruck. Zum Empfang waren Vertreter der Reichsregierung und der Stadt Berlin gekommen. Es ging sehr bald weiter zur Reichskanzlei, wo Hitler jeden Mann herzlich begrüßte. Die Mannschaft wurde noch von Goebbels und der Stadt Berlin eingeladen. Von offiziellen Stellen und der Bevölkerung wurden sie mit Geschenken und Ehrungen überhäuft. Sie blieb eine Woche in Berlin. Als sie zu ihrem U-Boot zurückgebracht wurde, zu neuen Fahrten und entsagungsreichem Leben, mochten alle von der schließlichen Aussichtslosigkeit ihres heldenhaften Kampfes noch nichts geahnt zu haben.

 – Hans Bauer,  in: Mit Mächtigen zwischen Himmel und Erde. 9. Auflage. K.W. Schütz-Verlag, Coburg 1993 –

Günther Prien in Berlin bei Adolf Hitler

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U-47, Günther Prien

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Bildergalerie

Günther Prien mit Familie (Gattin und Tochter)

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Verleihung des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes durch den Führer

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Aus der Rheinischen Landeszeitung zur Verleihung des Eichenlaubes zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes

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Aus der Rheinischen Landeszeitung zur Verleihung des Eichenlaubes zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes

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Zeichnung von Wolfgang Willrich. Kapitänleutnant Günther Prien 1939

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Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Als erster Offizier der Kriegsmarine erhielt er das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub.

  • Wehrmacht-Dienstauszeichnung IV. Klasse am 22. Januar 1937
  • Eisernes Kreuz (1939) 2. und 1. Klasse
    • 2. Klasse am 25. September 1939
    • 1. Klasse am 17. Oktober 1939
  • Ehrendolch der Kriegsmarine mit Brillanten am 20. Oktober 1940
  • U-Boot-Kriegsabzeichen (1939) mit Brillanten, 1941
  • achtmalige Namentliche Nennung im Wehrmachtbericht
  • Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub
    • Ritterkreuz am 18. Oktober 1939 als Kapitänleutnant und Kommandant der U 47
    • Eichenlaub am 20. Oktober 1940 (5. Verleihung) Kapitänleutnant und Kommandant der U 47/7. Unterseeboots-Flottille(7. U-Flottille)
  • Hans-Schemm-Preis des Nationalsozialistischen Lehrerbundes für Mein Weg nach Scapa Flow, 1. Preis 1940/41
  • Das Königin-Carola-Gymnasium, dessen Besuch Prien abgebrochen hatte, wurde nach ihm umbenannt.

Beförderungen

  • 1. März 1933 Fähnrich zur See
  • 1. Januar 1935 Oberfähnrich zur See
  • 1. April 1935 Leutnant zur See
  • 1. Januar 1937 Oberleutnant zur See
  • 1. Februar 1939 Kapitänleutnant
  • 18. März 1941 Korvettenkapitän
    • posthum zum 1. März 1941 gemäß Erlass wegen „besonderer Tapferkeit vor dem Feind“

Werk

Mein Weg nach Scapa Flow, Deutscher Verlag, Berlin 1940

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U 47 – Priens Angriff auf Scapa Flow – Spielfilm v0n 1958

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Quelle: Metapedia