Bestialischer Völkermord der Tito-Partisanen an Deutschen 1944 bis 1948 – Eine Dokumentation

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Von Erwin E. Maruna, einem vertriebenen Deutschen aus Jugoslawien, geboren in Pantschowa, Jahrgang 1937

Knapp 170.000 der in Jugoslawien verbliebenen Donauschwaben wurden in Lager getrieben. Die Arbeitsfähigen kamen in die Arbeitslager, die Arbeitsunfähigen transportierte man in die insgesamt 10 Vernichtungslager des Tito-Jugoslawiens, die sich auf dem Boden der Wojwodina (6), Slawoniens (2) sowie Sloweniens (2) befunden haben. In die Vernichtungslager kamen Mütter mit Kleinkindern bis zu zwei Jahren, Kinder bis 14 Jahre, Alte über 60 Jahre und Kranke.

Vernichtungslager Molidorf /Molin im Banat:
Konzentrationslager für die arbeitsunfähigen Deutschen, vornehmlich des Nord- und Mittelbanats
Ursprüngliche Bewohner von Molidorf: rund 1.200
Zahl der Lagerinternierten: ständig zwischen 5.000 und 7.000
Bestandsdauer: September 1945 bis April 1947 = 20 Monate
Todesfälle: rund 3.000
Todesursachen: Unterernährung, Wassersucht aus Eiweißmangel, Flecktyphus, Malaria

Vernichtungslager Rudolfsgnad/Knicanin im Banat:
Konzentrationslager für die arbeitsunfähigen Deutschen, vornehmlich des Mittel- und Südbanats
Ursprüngliche Einwohnerzahl von Rudolfsgnad: 3.200
Zahl der Internierten: durchschnittlich 17.200 (Spitze: 20.500)
Bestandsdauer: 10. Oktober 1945 bis Mitte März 1948 = 29 Monate
Todesfälle: rund 11.000 Todesursachen: Typhus, Malaria, Unterernährung

Vernichtungslager Jarek/Backi Jarak in der Batschka:
Konzentrationslager für die arbeitsunfähigen Deutschen der Südbatschka
Ursprüngliche Bewohnerschaft von Jarek: rund 2.000
Zahl der Lagerinternierten: bis zu 15.000
Bestandsdauer: 2. Dezember 1944 bis 17. April 1946 = 16,5 Monate
Todesfälle: mindestens 7.000
Todesursachen: Fleckfieber, Dystrophie, Ruhr, Erschöpfung

Vernichtungslager Gakowa/Gakovo in der Batschka:
Konzentrationslager für die arbeitsunfähigen Deutschen, vornehmlich der Mittel- und Westbatschka
Ursprüngliche Einwohnerschaft von Gakowa: 2.700
Durschnittliche Anzahl der Lagerinsassen: 17.000
Bestandsdauer: 12. März 1945 bis Anfang Jänner 1948 = 33 Monate
Todesfälle: mindestens 8.500
Todesursachen: Unterernährung, Typhus, Ruhr, Malaria

Vernichtungslager Kruschiwl/Kruševlje in der Batschka:
Konzentrationslager für die arbeitsunfähigen Deutschen, vornehmlich der West- und Nordbatschka
Ursprüngliche Einwohnerschaft von Kruschiwl: 950, davon 900 Deutsche
Durchschnittliche Anzahl der Lagerinsassen: 7.000
Bestandsdauer: 12. März 1945 bis 10. Dezember 1947 = 33 Monate
Todesfälle: 3.000 –  3.500
Todesursachen: Unterernährung, Typhus, Ruhr

Vernichtungslager Svilara/Sremska Mitrovica in Syrmien:
Errichtung in der vormaligen Seidenspinnerei Svilara zur Konzentration von arbeitsfähigen und arbeitsunfähigen Deutschen aus Syrmien
Durschnitliche Zahl der Insassen: über 1.200
Bestandsdauer: Anfang August 1945 bis 5. Mai 1947 = 21 Monate
Todesfälle: rund 2.000
Todesursachen: Hunger, Kälte, Typhus, Ruhr

Vernichtungslager Kerndia/Krndija mit Zentrallager Oberjosefsdorf/Josipovac und Zwischenlager Groß-Pisanitz/Velika Pisanica in Slawonien:
Vernichtungslager zur Internierung von restlichen Deutschen aus Slawonien und Kroatien
Ursprüngliche Ortsbewohnerschaft: 1.672 Personen
Zahl der Lagerinsassen: bis zu 3.000
Bestandsdauer: 15. August 1945 bis Mitte Mai 1946 = 9 Monate
Todesfälle: 500 – 1.500
Todesursachen: Hunger, Flecktyphus

Vernichtungslager Walpach/Valpovo mit Arbeitslager Podunavlje und Zentrallager Tenje in Slawonien:
Errichtet zur Internierung der Deutschen aus Slawonien und Kroatien
Art der Unterbringung: Barackenlager mit Stacheldrahtumzäunung
Zahl der Lagerinsassen: bis zu 3.000
Bestandsdauer: Mai 1945 bis Mai 1946 = 12 Monate
Todesfälle: 1.000 – 2.000
Todesursachen: Dystrophie, Dysenterie, Flecktyphus

Insgesamt büßten 60.000 donauschwäbische Zivilpersonen Jugoslawiens ihr Leben ein, das ist ein Drittel der in ihrer Heimat verbliebenen Donauschwaben. Vorsichtige Schätzungen lassen überdies den Schluß zu, daß etwa 5.000 von ihnen in Jugoslawien (vornehmlich in der Gefangenschaft unmittelbar nach Kriegsende) ermordet wurden. Somit bewegt sich die – an der unteren Grenze angesetzte – Zahl der Umgekommenen des Völkermords, den die Tito-Partisanen bzw. das spätere Tito-Regime an den Donauschwaben verübten, bei rund 65.000 Personen.

Donauschwäbische Zwangsarbeit:
Von den 12.380 in die UdSSR zur Zwangsarbeit deportierten Donauschwaben, größtenteils aus dem Banat und der Batschka, sind nach genauen Berechnungen 1.994 zu Tode gekommen.


Verbrechen an den Deutschen in Jugoslawien 1944 bis 1948 Tragödie im Siedlungsraum Südslawien
Primärquelle: Junge Freiheit

Auf dem Staatsgebiet des Königreichs Jugoslawien lebten zu Beginn des ZweitenWeltkrieges rund 540.000 Menschen deutscher Muttersprache. Von ihnen gehörten knapp 510.000 der Volksgruppe der Donauschwaben an, zu denen man die Deutschen des Westbanates, der Batschka, Belgrads und Serbiens, Syrmiens, des Baranja-Dreiecks, Slawoniens, Kroatiens und Bosniens zählt. Weitere Gruppen bildeten die Deutschen (vormalige Österreicher) Sloweniens, in der Hauptsache die Deutsch-Untersteirer, die Deutsch-Oberkrainer und die Gottscheer.

Die Donauschwaben stammen von jenen Südwestdeutschen und Österreichern ab, die die habsburgischen Kaiser nach der Befreiung des zur Habsburger Krone gehörenden Königreiches Ungarn von der Türkenherrschaft im Pannonischen Becken, auf beiden Seiten der mittleren Donau, zwischen 1689 und 1787 ansiedelten. Ihr kolonisatorischer Einsatz zählt zu den großen Kulturleistungen des alten Österreich. Es gelang ihnen, aus den infolge der 150jährigen osmanischen Herrschaft verwüsteten Gebieten Ungarns die Kornkammer der Donaumonarchie zu machen und eine wirtschaftlich führende Stellung zu erreichen. Nach der Zerschlagung Österreich-Ungarns am Ende des ErstenWeltkriegs wurde die rund 1,5 Millionen Seelen zählende Volksgruppe zu etwa je einem Drittel auf die Nachfolgestaaten Ungarn, Rumänien und Jugoslawien aufgeteilt. Neben der späteren Gesamtbezeichnung Donauschwaben nennen sich die in Ungarn lebenden auch gerne Ungarndeutsche, während die Donauschwaben Rumäniens die Bezeichnung Banater Schwaben bevorzugen, um sich durch die Bezugnahme auf ihr Heimatgebiet Banat von den schon im Mittelalter angesiedelten, ab Ende des Ersten Weltkriegs ebenfalls zu Rumänien gehörenden Siebenbürger Sachsen zu unterscheiden. In vorliegender Untersuchung wird der Kürze halber der Sammelname Donauschwaben verwendet.

Die Deutsch-Untersteirer sind die vormaligen Bewohner der Untersteiermark, eines Gebietes, das seit 1147, über 770 Jahre lang, ein Teil des Herzogtums Steiermark war. Bei einer Fläche von 6050 km2: lebten 1910 in der Untersteiermark 7.4000 Deutsch-Untersteirer. Sie waren jahrhundertelang im Kulturleben, aber auch im Aufhau des Handels, der Industrie und des Bergbaues führend. Die Untersteiermark wurde durch das Friedensdiktat von Saint-Germain im Jahre 1919 von der zu Österreich gehörenden Steiermark abgetrennt, zu einem Teil Sloweniens gemacht und somit dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (ab 1929 „Jugoslawien“ genannt) zugesprochen. Im Verlaufe des Zweiten Weltkriegs wurde die Untersteiermark 1941 mit der Altsteiermark vereint, die ab 1938 mit Österreich zum Deutschen Reich gehörte. Nach Kriegsende ereilte jedoch auch die damals über 20.000 Deutsch-Untersteirer die Katastrophe.

Unter den Gottscheern versteht man die Bewohner der deutschen Sprachinsel Gottschee, die im vormaligen habsburgischen Kronland Krain gelegen war. Sie ist durch friedliche deutsche Besiedlung aus Kärnten und Osttirol ab 1330, also vor 660 Jahren, auf Initiative der Kärntner Grafen von Ortenburg entstanden. Die Gottschee bildete eine organisch gewachsene Sprachinsel mit 850 km2. Ihre 18.000 Einwohner lebten 1918 in 25 Gemeinden mit 17 Pfarreien und 35 deutschen Schulen. Durch den Friedensvertrag von Saint-Germain (10. September 1919) fiel auch die Gottschee an Slowenien und somit an das neu entstandene Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen. Die beiden letzteren Volksgruppen werden im folgenden auch unter der Bezeichnung Sloweniendeutsche zusammengefaßt.

Der Zweite Weltkrieg und dessen Folgen verursachten in den Reihen aller Volksgruppen gewaltige menschliche und materielle Verluste. Es sei in diesem Zusammenhang darauf verwiesen, daß rund die Hälfte der mehr als eine halbe Millionen Seelen zählenden Ungarndeutschen gemäß den Potsdamer Beschlüssen 1946 und 1947 nach Deutschland zwangsausgesiedelt wurde. Die über 300.000 Banater Schwaben in Rumänien gehörten nicht zu den „Potsdamer Opfern“. Sie wurden nicht vertrieben, aber sie wurden enteignet.Viele von ihnen wurden auf Jahre in die Sowjetunion zur Zwangsarbeit (1944–1949) und in die östlich Bukarest gelegene Steppe (1951–1956) deportiert. Heute leben lediglich noch 20.000 Deutsche im rumänischen Banat,die überwiegende Mehrheit fand, vorwiegend im Zuge der „Spätaussiedlung“, in Österreich, Deutschland, Frankreich und in weiteren Staaten eine neue Heimat.

Bis November 1944 wurden annähernd 220.000 Donauschwaben aus dem damaligen Jugoslawien von den deutschen Militärbehörden evakuiert oder sind vor der anrückenden Roten Armee geflüchtet und nach Kriegsende nicht mehr zurückgekehrt. Rechnet man die unter Waffen stehenden und folglich zumeist im Ausland befindlichen Soldaten weg, so fielen zwischen Oktober 1944 und April 1945 rund 90.000 deutsche Zivilpersonen aus dem West-Banat, 80.000 aus der Batschka und etwa 25.000 aus den Gebieten Baranja, Syrmien, Slawonien, Bosnien und Kroatien, zusammen rund 195.000 Donauschwaben, dazu mehrere tausend deutsche Zivilpersonen aus Slowenien (Gottscheer, Oberkrainer und Untersteirer), somit über 200.000 Angehörige der zusammen 540.000 Personen zählenden Volksgruppen deutscher Muttersprache Jugoslawiens unter der Herrschaft der Partisanenbewegung des Josip Broz, genannt Tito.

Von den durch die Partisanen ab November 1944 internierten 170.000 deutschen Zivilpersonen gingen in den Arbeits- und Todeslagern etwa 51.000 zugrunde, das sind ein Viertel der in Jugoslawien verbliebenen Deutschen, davon 48.700 Donauschwaben und 2.300 Sloweniendeutsche.

Zählt man die rund 1.500 zwischen 1941 und 1944 von Partisanen bei Überfällen Ermordeten sowie die 9.500 von Oktober 1944 bis Juni 1945 durch Massenerschießungen Umgekommenen sowie die 2.000 Opfer der Rußlandsdeportation hinzu, dann kommt man auf die Zahl von 64.000 Toten, davon knapp 60.000 Donauschwaben und etwa 4.300 Sloweniendeutsche.

Ein Drittel der in ihrer Heimat verbliebenen deutschen Zivilpersonen verlor demnach im Zuge der antideutschen Vertreibungs-, Vernichtungs- und Deportationsmaßnahmen des Tito-Regimes grausam sein Leben. Aus diesem Grund ist die Rede vom Völkermord bzw. Genozid berechtigt.

Einberufen zum deutschen, ungarischen (die Deutschen der Batschka gehörten zwischen 1941 und 1944 zu Ungarn) und zum kroatischen Militär sowie zu den diversen Heimatschutztruppen waren rund 93.000 Donauschwaben. Exakte Unterlagen und entsprechende Hochrechnungen ergeben die Zahl von 26.000 Soldaten, die nicht mehr aus dem Krieg zurückkehrten. Vorsichtige Schätzungen lassen überdies den Schluß zu, daß etwa 5.000 von ihnen in Jugoslawien (vornehmlich in der Gefangenschaft unmittelbar nach Kriegsende) umgekommen sind. Somit bewegt sich die an der unteren Grenze angesetzte Zahl der durch die Tito-Partisanen bzw. durch das spätere Tito-Regime verübten Völkermord umgekommenen Donauschwaben bei rund 65.000.

Zählt man die 4.300 Zivilpersonen und die rund 700 ermordeten Soldaten der Sloweniendeutschen dazu, dann sind 70.000 Deutsche aus dem ehemaligen Jugoslawien von 1941 bis 1948 dem Völkermord zum Opfer gefallen.

Die Dokumentation der Vertreibung der Deutschen aus Ost-Mitteleuropa, Band V: Das Schicksal der Deutschen in Jugoslawien, herausgegeben vom Bundesministerium für Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte unter der Federführung von Theodor Schieder, Bonn 1961, kommt auf Verlustzahlen ähnlicher Größenordnung wie die oben angeführten. Diese Dokumentation des seinerzeitigen Bundesministeriums wird gerne als Bonner Dokumentation, gelegentlich auch als Schieder-Dokumentation, bezeichnet. Es ist ihr Verdienst, in einer überzeugenden und eindrucksvollen Weise den Beweis des vorbedachten Völkermordes an der deutschen Volksgruppe erbracht zu haben. Sie läßt jedoch in ihrer einleitenden Darstellung die Frage nach den Gründen dieses Völkermordes offen und beschuldigt überdies die Donauschwaben, in Form einer „Fünften Kolonne“ während des Jugoslawienfeldzugs der Deutschen und ihrer Verbündeten im April 1941 den vorzeitigen Zusammenbruch der jugoslawischen Armee mitverursacht zu haben, eine Aussage, die der Faktenlage nicht standhält.

Anmerkung: Bei dem Text handelt es sich um einen Auszug aus dem Buch „Verbrechen an den Deutschen in Jugoslawien 1994–1948. Stationen eines Völkermordes“, hrsg. vom Arbeitskreis Dokumentation der Donauschwäbischen Kulturstiftung, München 1998.


Tod im Hornwald
Ein dunkles Erbe überschattet Sloweniens Weg in die Europäische Union
Heinz Stritzl

Mord und Vertreibung, wie sie von Titos Partisanen im Juni 1945 in Slowenien an Volksdeutschen und Nichtkommunisten ins Werk gesetzt wurden, gehören eigentlich nicht auf die geschichtspolitische Agenda der bundesdeutschen „Erinnerungskultur“. Gleichwohl sollte der Hornwald bei Gottschee 55 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges als Inbegriff unvorstellbarer Massaker und brutalster Massenhinrichtungen ins öffentliche Bewußtsein gehoben werden. Die Deutschen in Jugoslawien wurden zu Zehntausenden bestialisch ermordet, doch Titos Helfer wüteten auch unter den eigenen Landsleuten. Diesen Verbrechen fielen in ähnlichen Tragödien zwölf Millionen Deutsche aus Ost- und Südosteuropa durch Vertreibung zum Opfer. Mehr als zwei Millionen kamen auf der Flucht und in den Konzentrationslagern der kommunistischen Machthaber ums Leben.

Im Klagenfurter Hermagoras-Verlag erschien jetzt, von der Öffentlichkeit bisher kaum beachtet, ein schmaler Band unter dem Titel „Sie sind demTod entronnen“, der einen kleinen Einblick in den Ablauf dieser Gesamttragödie gewährt. Drei ehemalige Angehörige der antikommunistischen Domobrancen, Milan Zajec, France Kozina und France Dejak, schildern, wie sie sich im Juni 1945 aus den berüchtigten Höhlen der Gottschee gerettet haben. Zur Präsentation des Buches schrieb die Laibacher Zeitung Delo: „Die einfache Aussage, die Tragik der Geschehnisse und der große Wunsch nach Wahrheit sind jene Elemente, die den Leser an das Buch fesseln und ihm nicht erlauben, es aus der Hand zu legen, solange es nicht bis zur letzten Seite gelesen ist.“ Das ehemalige KP-Organ stellt dann die Frage, woher in Slowenien die Bestialität kommt, irgendwo tief im Wald, wo ihn niemand sieht, einen Mitschüler, einen einstigen Freund, einen Bekannten, nicht einen Fremden zu ermorden.“ Es zeigt sich, wie bedeutungslos ein Bekannter, ein Mitbewohner, im sicheren Schutz der physischen und ideologischen Wälder ist, oder aber wie leicht jemand, von dem wir dachten, daß man ihm grenzenlos vertrauen kann, zu einer wild gewordenen Bestie wird. Alle Zeugenaussagen sind deshalb auch ein Stück slowenischer Geschichte vom Guten und vom Bösen.

Wenn auch immer wieder gesagt wird, dem Menschen sei die Wahrheit zumutbar, soll hier dennoch auf die furchtbaren Details der Mordmaschine im Hornwald verzichtet werden. Milan Zajec, der vier Brüder im Rog verlor, entging dem Gemetzel dadurch, daß er, ehe der Partisan auf ihn schoß, in die Doline sprang. „Als ich nach Minuten wieder zum Bewußtsein kam, sah ich, daß ich auf einem Berg nackter, blutiger Körper lag. (… ) Schon sind zehn weitere Opfer neben mich gestürzt, einige waren sofort tot, andere verwundet. (… ) Aus dem Berg der Toten und Verwundeten kam ein so schreckliches Stöhnen, daß uns das Grauen überkam. Am schrecklichsten waren die Domobrancen anzuhören, die für ihre Feinde beteten. Ich faßte den Entschluß zu versuchen, aus der Höhle herauszukommen, um daheim zu sagen, wo unsere Brüder – die Domobrancen – liegen, und der ganzen Welt mitzuteilen, wie die Kämpfer für Volk und Glauben durch die verbrecherische Hand der eigenen Brüder – der slowenischen Kommunisten, denen sie waffenlos in die Hände gefallen sind – als Märtyrer sterben mußten. Große Schuld fällt auf das englische Heer, das uns auf unverschämte Art in die Hände des Feindes ausgeliefert hatte.“ Nach unvollständigen Angaben wurden in Slowenien nach dem 9. Mai 1945 zwischen 14.000 bis 18.000 slowenische Staatsbürger ermordet, schreibt Joze Pucnik in seinem Beitrag zur antikommunistischen Ausstellung „Die dunkle Seite des Mondes“, die in Laibach als Antwort auf eine schönfärberische Dokumentation über Slowenien in der Tito-Ära gezeigt wurde. Bei der Zahl der Ermordeten sind Ausländer (Kriegsgefangene und Zivilisten mit kroatischer, bosnischer, albanischer, deutscher und italienischer Nationalität) nicht erfaßt, die nach dem Krieg von der slowenischen OZNA (Geheimdienst) und dem KNOJ (Grenzschutz) getötet wurden. An den Liquidierungen waren vor allem Einheiten der 3. und 4. jugoslawischen Armee beteiligt. Die Zahl dieser Opfer geht sicher in die Zehntausende, ist Pucnik überzeugt.

Die Marburger Zeitung Vecer bezeichnete Slowenien als ein einziges Gräberfeld. Das gleiche Blatt besaß allerdings die Geschmacklosigkeit, eine Karikatur zu veröffentlichen, die ein Ehepaar auf einem Friedhof vor einem Grabstein mit deutscher Inschrift zeigt. Der Mann zu seiner Frau: „Da soll Zernatto (der ehemalige Landeshauptmann Kärntens) herkommen und seine Deutschen suchen.“ Der slowenische Publizist Vinko Oslak meinte zu dieser Entgleisung, Zernatto hätte tatsächlich nach Slowenien fahren sollen, denn er hätte Unvorstellbares gefunden.

Noch immer gibt es kein Verzeichnis aller Mord- und Grabstätten in Slowenien, beklagt Pucnik. „In der Öffentlichkeit sind die Karsthöhlen in der Gottschee oder anderswo im slowenischen Karstgebiet nur oberflächlich bekannt. Wir kennen nur einige davon. Die übrigen sind noch nicht entdeckt, weil sie sorgfältig zugeschüttet oder gesprengt wurden. Eine zweite Gruppe der Gräber sind die Bergwerkschächte im Gebiet von Tüffer über Hrastnigg bis Trifail. Die dritte Gruppe der Massengräber sind die Panzergräben, die von den Deutschen für eine eventuelle Verteidigung gebaut wurden, bei Rann, Cilli, in Thesen bei Marburg und noch anderswo. Die zahlenmäßig größte Gruppe der Grabstätten sind gewöhnliche Gruben, die zehn Meter und oft noch länger sind. Man findet sie in ganz Slowenien.“

Die Führung Sloweniens hat sich bis heute nicht mit der Vergangenheit auseinandergesetzt. Dies ist verständlich, wenn man weiß, daß das Gros gewendete Karriere-Kommunisten sind. Um so eindringlicher forderte die österreichische Europa-Parlamentarierin Ursula Stenzel die Diskussion über die Ereignisse zwischen 1945 und 1991 im Nachbarstaat. Laibach hält bekanntlich an den AVNOJ-Dekreten der Tito-Partisanen als Bestandteil der Verfassung Sloweniens fest, durch die die Deutschen vogelfrei erklärt wurden.

Opfer dieser rückwärtsgewandten Politik ist mit den Deutsch-Untersteirern die kleine Gruppe von Altgottscheern, die sich zäh in der Südkrain hält. Nahezu die gesamte Volksgruppe hatte sich 1941 dem Hitler-Mussolini-Abkommen unter Androhung der Deportation nach Süditalien gebeugt und für Deutschland optiert. Im Ranner Dreieck mit Gurkfeld – heute als Atomkraftwerk Krsko weit bekannt – fanden die Umgesiedelten eine vorübergehende Bleibe, ehe sie 1945 vor der herannahenden Front und von Partisanen bedrängt flüchten mußten. Tausende starben in Titos KZ‘s. Die Überlebenden in der alten Heimat warten mit den Untersteirern auf Anerkennung, die ihnen die Regierung in Laibach mit der zynischen Bemerkung versagt, sie wären ohnehin nur „der Rest vom Rest“.

Primärquelle: JUNGE FREIHEIT


Leichenberge weisen den Weg von Titos Partisanen
Weitere Massengräber in Slowenien entdeckt
Primärquelle: National-Zeitung

This photo taken on March 4, 2009 shows Huda Jama cave near Lasko, some 90 kilometers (55 miles) east of Ljubljana, the site of a mass grave in Slovenia believed to hold up to 300 victims killed after World War II by the former communist regime, according to authorities. Investigators and historians on March 2, 2009 removed concrete walls built after World War II to close off the Huda Jama cave near Lasko to discover the remains. Marko Strovs, head of the government's military graves department, told journalists that the victims appeared to be "killed with gas" since there were no visible signs of wounds from firearms. AFP PHOTO/HO/Slovenian Museum of New History ---RESTRICTED TO EDITORIAL USE-- NO SALES-- GETTY OUT--- (Photo credit should read HO/AFP/Getty Images)
Der Barabarastollen in Lasko – zweieinhalb Meter hoch angefüllt mit Skeletten!

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Bislang sind die unvorstellba­ren Massaker und grauen­vollen Massenmorde, die Tito-Partisanen an Volksdeutschen und Antikommunisten begangen haben, in der bundesdeutschen „Erinnerungskultur“ weitestgehend tabu. Noch nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden Deut­sche im früheren Jugoslawien zu Zehntausenden deportiert und be­stialisch ermordet. Auch an den ei­genen Landsleuten verübten die Mörder des Josip Tito (eigtl. J. Broz,), der vom Partisanenführer zum Pre­mier und Staatspräsidenten aufstieg, entsetzliche Verbrechen.

Bleiburg 3km
Kurz vor Bleiburg – die auf ein humanes Kriegsende hoffenden Soldaten der Achsenmächte wurden in Bleiberg bitter enttäuscht – sie alle wurden gnadenlos Titos Mordbanden ausgeliefert! Tito heißt schließlich auf deutsch Terror!

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Gegen Kriegsende 1945 versank Slowenien infolge des Rückzugs der deutschen Wehrmacht im Chaos. Erzbischof Robert Zolltisch, zum Beispiel, der mit seiner Familie vor der Roten Armee fliehen musste und dessen 16-jähriger Bruder er­mordet wurde, berichtet vom Grau­en in Regionen Ex-Jugoslawiens, wo Zivilisten ihre eigenen Gräber aus­heben mussten und dann erschos­sen und verscharrt wurden. Der 1938 geborene Donauschwabe, der dem Tod im Vernichtungslager, Gakovo nur knapp entkam: „Sie muss­ten morgens antreten, wurden ge­gen Abend aus dem Dorf hinausge­trieben und dann hallten die Schüs­se. Alles Deutsche sollte vernichtet werden.“

Das grausige Geheimnis der Partisanen“ beschäftigte jetzt auch die „Frankfurter Allgemeine Zei­tung“ (FAZ). Flüchtlinge, meist Frauen, Kinder und alte Männer, „wurden von den Partisanen abge­fangen, sofort erschossen oder in Lager verbracht und danach exeku­tiert“, heißt es zum Wüten der „killing fields“ des Kommunismus in Slowenien. Hunderttausende wur­den von den Tito-Mördern umge­bracht.

Zum Schicksal derer, die als Flüchtlinge Schutz bei britischen Truppen in Kärnten suchen wollten, berichtet die FAZ: „Derweil waren Partisanenverbände in Südkärnten eingefallen, hatten (…) Deutsche ver­schleppt und waren (…) bis Klagen­furt vorgedrungen. Die Briten zwangen sie zum Rückzug, überga­ben ihnen aber die geflüchteten (…) Kroaten und Slowenen.

Ein Todes­urteil!

Die Ermordeten wurden in der Regel in Massengräber verscharrt. Grausige Fundorte wurden in den letzten Jahren in Wäldern und frü­heren Bergwerken entdeckt. So legt etwa der von Leichen übersäte so genannte Barbara-Stollen unweit des slowenischen Städtchens Lasko schreckliches Zeugnis ab. Die FAZ: „Auf einer Länge von nur 15 Metern wurden (…) bisher die sterblichen Überfeste von mehr als 400 Einge­schlossenen zutage gefördert.“ Tau­sende, die teilweise lebendig begra­ben wurden, werden in weiteren Schächten des Stollens‘ vermutet. Dazu heißt es:*„Der Barbara-Stollen ist nur eines von vielen Massengrä­bern in Slowenien.“

Entsetzliche Mordtaten

Nochmals der FAZ-Bericht: „Bevor die Gefangenen umgebracht wur­den, zwang man sie, sich auszuzie­hen und ihre Fesseln abzulegen.“ Gerichtsmediziner hätten „Berge von zumeist mumifizierten, von weißem Schimmel überzogene Lei­chen, die stellenweise bis zu zwei­einhalb Meter hoch übereinander-geschichtet waren“, gefunden. „Manche Schädel zeigen Einschuss­löcher. Allem Anschein nach mussten sich die Gefangenen auf ihre schon toten Kameraden legen und wurden mit einem Kopfschuss ge­tötet. Andere Skelette zeigen Spuren brachialer Gewalt, als seien die Op­fer mit Spitzhacken und Eisenstan­gen malträtiert worden. Einige dürf­ten noch gelebt haben, als man wei­tere Leichname auf sie legte.“

„Erinnerungskultur“ mit zweier­lei Maß, erkennt die FAZ, denn so­bald von NS-Verbrechen die Rede sei, halte das kollektive Gedächtnis sofort schreckliche KZ-Bilder bereit, die sich im Bewusstsein „tief einge­graben“ hätten. „Die kommunisti­schen Verbrechen hingegen sind bis­lang in der Erinnerung des 20. Jahr­hunderts kaum repräsentiert. Nur selten wurden sie filmisch oder fo­tografisch erfasst wie das sowjeti­sche Massaker von Katyn oder die Schädelpyramiden der Roten Khmer in Kambodscha. Die 60 bis 100 Millionen Toten des roten Totalitarismus sind abstrakte Größen, denn die Auslöschung individueller Existenz im kommunistischen Machtbereich hinterließ kaum Spu­ren.“

Und Weiter: „Die Leugnung und Verharmlosung der kommunis­tischen Verbrechen steht ebenso we­nig unter Strafandrohung wie die Propagierung der kommunistischen Ideologie, selbst nicht in den Län­dern, die unter dem Terror am meis­ten zu leiden hatten.“

Hans Weidenbach


Das grausige Geheimnis der Partisanen
Primärquelle: FAZ

Hudajama
Ein abseits liegendes Opfer im Barbara-Stollen

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Der Barbara-Stollen ist nur eines von vielen Massengräbern in Slowenien. Weil er die Spuren der Verbrechen von 1945 bewahrt hat, wird er zu einem Monument gegen das Vergessen.
Von Karl-Peter Schwarz

Kurz vor dem slowenischen Kurstädtchen Lasko, das für seine Thermen und sein Bier bekannt ist, führt eine schmale Straße der Recíca entlang in ein kaum besiedeltes, von steilen Hügeln umstelltes Seitental. Am Rande eines Nadelwaldes befindet sich der gemauerte Eingang zu dem Barbara-Stollen in Huda Jama (auf Deutsch: böse Grube), in dem von 1902 bis 1942 Braunkohle abgebaut wurde. Sieben Monate war der Stollen der grausige Arbeitsplatz des Bergbauingenieurs Mehmedalija Alic.

Alic, ein bosnischer Muslim, lebt seit 33 Jahren in Slowenien. Seine Brüder und sein Schwager kamen im Juli 1995 bei dem Massaker in Srebrenica ums Leben. Alic ist der technische Leiter eines, wie er sagt, “echt jugoslawischen Bautrupps”, dem ein Kroate, ein Serbe, ein Slowene, ein bosnischer Muslim und ein Albaner angehören. Es gehe hier um etwas, sagt er, “das uns alle angeht”.

Im Sommer vergangenen Jahres stellte das Bergwerk Trbovlje-Hrastnik seinen Trupp der Kriegsgräberkommission der Regierung zur Verfügung gestellt, um eine schwierige und nicht ungefährliche Aufgabe zu erfüllen: Die Öffnung und Sicherung des Barbara-Stollens, um die tief im Berg eingeschlossenen Opfer eines Massakers zu bergen, der von jugoslawischen Partisanen im Mai und Juni 1945 verübt wurde.

Die Täter hatten alles getan, um ihr Verbrechen geheimzuhalten und dessen Spuren zu verwischen. Bei der Begehung trafen Alic und seine Mitarbeiter nach mehr als 300 Metern auf ein erstes große Hindernis. Auf einer Länge von etwa hundert Metern war der Stollen verschüttet. Zunächst mussten also vierhundert Festmeter taubes Gestein, Ziegel und Lehm abtransportiert werden. Dahinter stießen die Arbeiter auf eine im Sommer 1945 errichtete Ziegelmauer, auf die Schicht um Schicht Beton, Lehm, Stahlbeton und schließlich noch eine weitere dicke Ziegelmauer folgten. Insgesamt hatte diese Sperre einen Durchmesser von mehr als fünfeinhalb Metern. Der Stollen war mit einem Aufwand verschlossen worden, als handle es sich um eine Endlagerstätte für Atommüll.

Ein erster Versuch, das Massengrab zu finden, war 1990 wegen zahlreicher technischer Probleme abgebrochen worden. Alic und seine Leute waren besser vorbereitet. Auf dem Weg zur Arbeit, erzählt er, habe er jeden Tag an jene denken müssen, die diesen Weg in der Gewissheit gegangen waren, nie mehr zurückzukehren. Darauf aber, was sie im Stollen nach der Beseitigung aller Barrieren vorfinden sollten, waren die Bergarbeiter nicht vorbereitet.

Die hermetische Abdichtung des Stollens, die unternommen worden war, um das Verbrechen zu verbergen, hat dessen Spuren besser konserviert als in irgendeinem anderen der bisher entdeckten Massengräber. Zahlreiche Leichname sind mumifiziert, die Skelette meist zur Gänze erhalten. Der Barbara-Stollen ist eine Art Pompeij des totalitären Horrors – nicht als Folge einer Naturkatastrophe entstanden, sondern als unbeabsichtigte Konsequenz eines planmäßig ausgeführten Verbrechens. Er habe, sagte Joze Balazic, der Direktor des Instituts für Gerichtsmedizin, “noch nie Ähnliches gesehen, nicht einmal in einem Film”.

Hinter der letzten Ziegelmauer lag das erste Skelett, daneben eine Brechstange, als sei sie eben erst benutzt worden. Hatte der Mann das Massaker überlebt und noch versucht, die gerade erst aufgezogene Mauer zu durchbrechen? Joze Dezman, der als Direktor des Museums für Zeitgeschichte in Laibach das Ermittlungsteam leitet, nennt ihn “begunec”, den Flüchtling. Zwei Meter weiter lag ein weiteres Skelett, die Beine noch in Stiefeln. Sie nennen ihn “upornik”, den Aufständischen: Er könnte hier in der Endphase der Massenexekutionen als Zwangsarbeiter eingesetzt worden sein und versucht haben, den Mördern Widerstand zu leisten und sich zu befreien.

Sonst ist der Stollen an dieser Stelle frei von Leichen, aber übersät mit Schuhen, Stiefeln, Draht und Kleiderresten. Bevor die Gefangenen umgebracht wurden, zwang man sie, sich auszuziehen und ihre Fesseln abzulegen. Einige Meter weiter fanden die Gerichtsmediziner nur noch Berge von zumeist mumifizierten, von weißem Schimmel überzogenen Leichen, die stellenweise bis zu zweieinhalb Meter hoch übereinandergeschichtet waren. Manche Schädel zeigen Einschusslöcher. Allem Anschein nach mussten sich die Gefangenen auf ihre schon toten Kameraden legen und wurden mit einem Kopfschuss getötet. Andere Skelette zeigen Spuren brachialer Gewalt, als seien die Opfer mit Spitzhacken und Eisenstangen malträtiert worden. Einige dürften noch gelebt haben, als man weitere Leichname auf sie legte. Die Gerichtsmediziner fanden eine Mumie, deren Hand eine Fußprothese umklammerte.

Meter um Meter füllte sich der Schacht mit Leichen, die mit Kalk bedeckt wurden. Die Opfer waren ausschließlich Männer. Frauen und Kinder, wie einige slowenische Zeitungen berichteten, wurden nicht gefunden. Auch die zunächst geäußerte Vermutung, bei der Vernichtung sei Gas eingesetzt worden, hat sich nicht erhärtet. Den Massenmord betrieb man hier in industriellem Umfang, aber die Tötungen selbst erfolgten in Handarbeit – nicht ganz modern und doch ganz 20. Jahrhundert.

Auf einer Länge von nur 15 Metern wurden im Barbara-Stollen bisher die sterblichen Überreste von mehr als 400 Eingeschlossenen zutage gefördert. Noch nicht erkundet sind zwei senkrechte Blindschächte, die auf eine Tiefe von bis zu 45 Metern mit Leichnamen gefüllt sind. Jeder Schacht fasst etwa 200 Kubikmeter; nach den Erfahrungen der slowenischen Gerichtsmediziner können sich in einem Kubikmeter bis zu dreizehn Leichen befinden. Dezman vermutet, dass die Partisanen ihre Gefangenen lebend in die Schächte gestoßen und ihnen Granaten oder Panzerminen nachgeworfen haben. Der Barbara-Stollen und seine beide Schächten könnten für mehr als 4000 Menschen zum Grab geworden sein. Diese Schätzung, sagt Dezman, werde von ehemaligen Partisanen geteilt, die an dem Massenmord beteiligt waren.

Seit acht Jahren leitet Pavel Jamnik die kriminalpolizeilichen Ermittlungen, die 1994 über Massaker auf slowenischem Territorium aufgenommen wurden; auch für den Barbara-Stollen ist er zuständig. Zu Opferzahlen oder zum mutmaßlichen Verlauf des Verbrechens will er sich vor dem Abschluss der Untersuchungen nicht äußern. “Die Täter”, sagt Jamnik, “werden wir vielleicht nicht mehr ermitteln können, aber wir können die Beweise sichern und die Aussagen von Zeugen sammeln.”Schon eine Woche nach der Öffnung des Stollens hätten sich siebzig Zeugen gemeldet. Insgesamt habe die Kriminalpolizei im Zusammenhang mit den Nachkriegsmassakern mehr als tausend Zeugen vernommen. Nur gegen zwei mutmaßliche Täter wurde bisher Anklage erhoben.

Der Stollen von Huda Jama ist nicht das größte Massengrab in Slowenien. Die Diskussionen über die sogenannten “Nachkriegstötungen” hätten schon in den achtziger Jahren begonnen, sagt Dezman, der selbst einer Partisanenfamilie entstammt und einst der historischen Kommission der Kommunistischen Partei angehörte. Er ist überzeugt, dass die Bereitschaft beider Seiten der aus einem Bürgerkrieg hervorgegangenen slowenischen Gesellschaft, sich der Vergangenheit zu stellen, eine Voraussetzung für die einigermaßen friedlich verlaufene Loslösung Sloweniens aus dem jugoslawischen Staatsverband gewesen sei.

Auf Initiative des prominenten slowenischen Dissidenten Joze Pucnik wurde 1992 erstmals eine parlamentarische Kommission zur Untersuchung der kommunistischen Verbrechen eingerichtet. Sie ermittelte unter anderem auch zu den Vorgängen im Barbara-Stollen. Vor vier Jahren beschrieb der Historiker Mitja Ferenc, der seit langem an einer topographischen Erfassung sämtlicher Massengräber arbeitete, wie lange es brauchte, bis das Ausmaß des Terrors ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gelangte: “Wenn zwanzig Jahre lang darüber nur getuschelt wurde und es erst dreißig Jahre später erstmals öffentlich ausgesprochen wurde, wenn man nach vierzig Jahren erst von drei oder vier Massengräbern wusste und sich ihre Anzahl nach fünfzig Jahren verzehnfachte, so hat man heute, am 60. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges, bereits von 400 bisher verschwiegenen Massengräbern Kenntnis.”

Todesmarsch Bleiburg
Marsch in den Tod – Kriegsgefangenenkolonne im Raum Marburg auf dem Weg in Titos Todeslager

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Nach dem Wahlsieg der Konservativen im Herbst 2004 richtete die Regierung Jansa eine Kommission zur Erforschung der Massengräber ein, Joze Dezman wurde ihr Leiter. Seither sind fast zweihundert weitere Massengräber bekanntgeworden. Das größte befindet sich in einem 940 Meter langen Panzergraben in Tezno, einem Vorort von Marburg (Maribor). Die Ermittler schätzen, dass dort etwa 15 000 kroatische, serbische, montenegrinische und deutsche Soldaten, aber auch Angehörige der deutschen Minderheit und andere “Klassenfeinde” von kommunistischen Todesschwadronen getötet und verscharrt wurden. Selbst aus dem politisch “gesäuberten” Zagreb trafen Transporte in Tezno ein.

Die Massenexekutionen im Frühjahr 1945 dauerten wochenlang. Die Opfer wurden mit Lastwagen zu dem Panzergraben gebracht, den die Deutschen während des Krieges ausgehoben hatten, dort der Reihe nach aufgestellt und mit Maschinengewehrsalven niedergemäht. An ihren Skeletten fand man die Drähte, mit denen sie aneinandergefesselt worden waren. In den 590 Massengräbern, die bisher von der Regierungskommission auf slowenischem Territorium registriert wurden (zahlreiche weitere Massengräber befinden sich in Kroatien und Serbien), dürften mehr als hunderttausend Opfer des revolutionären Terrors verscharrt worden sein.

Nur etwa ein Viertel dieser Gräber wurde bisher untersucht, darunter vierzig von hundert Karsthöhlen, drei Bombentrichter – aus einem wurden 189 Leichen geborgen – sowie weitere dreißig Massengräber in den Wäldern in der Umgebung von Marburg. Doch erst die Öffnung des Barbara-Schachtes hat die slowenische Öffentlichkeit so geschockt, dass nun, so Dezman, “ein Weltbild zerfallen ist: Das Weltbild derer, die als Kinder der Partisanen in dem Mythos der Befreiung und des Antifaschismus aufgewachsen sind und nun mit der Wirklichkeit konfrontiert werden.”

Wenn immer nationalsozialistische Verbrechen zur Sprache kommen, hält das kollektive Gedächtnis sofort Bilder bereit, die sich ihm seit der Befreiung der deutschen Konzentrationslager durch die Alliierten tief eingegraben haben. Filmaufnahmen und Fotos dokumentierten die Leichenberge, die Gasöfen, die bis auf die Knochen abgemagerten Überlebenden der nationalsozialistischen Massenvernichtung und widerlegen Holocaust-Leugner und andere Verharmloser des nationalsozialistischen Terrors.

Die kommunistischen Verbrechen hingegen sind bislang in der Erinnerung an das 20. Jahrhundert kaum repräsentiert. Nur selten wurden sie filmisch oder fotografisch erfasst wie das sowjetische Massaker von Katyn oder die Schädelpyramiden der Roten Khmer in Kambodscha. Die 60 bis 100 Millionen Toten des roten Totalitarismus sind abstrakte Größen, denn die Auslöschung individueller Existenzen im kommunistischen Machtbereich hinterließ kaum Spuren.

Doch was kein Bild hat, ist auch nicht gegenwärtig. Die Leugnung und Verharmlosung der kommunistischen Verbrechen steht ebensowenig unter Strafandrohung wie die Propagierung der kommunistischen Ideologie, selbst nicht in den Ländern, die unter dem Terror am meisten zu leiden hatten. Im März 2009, während Leichnam um Leichnam aus dem Barbara-Stollen geborgen wurden, veranstaltete der slowenische Philosoph Slavoj Zizek an der Londoner Universität eine dreitägige Konferenz, die der “Idee des Kommunismus” gewidmet war. Als Motto diente ihr Brechts Lob des Kommunismus: “Er ist das Einfache, das schwer zu machen ist.”

Die kommunistischen Parteichefs schafften das schon, der Partisanenführer Tito ganz besonders. Wo immer sich Widerstand regte oder auch nur zu befürchten war, schwärmten die Todesschwadronen aus. In den ersten beiden Monaten nach dem Ende der deutschen Besatzung wurden 15 000 Slowenen exekutiert, ohne je vor ein Gericht gestellt worden zu sein – das entspricht etwa einem Prozent der damaligen slowenischen Bevölkerung. Wären die italienischen Partisanen ähnlich vorgegangen, sagt Dezman, hätte es in Italien nach Kriegsende eine halbe Million Tote unter den ehemaligen Mitgliedern faschistischer Einheiten und deren Familienangehörigen gegeben. Slowenien seien die “killing fields” des Kommunismus nach 1945 gewesen. Krieg und Revolution hätten 95 000 Slowenen das Leben gekostet. Davon seien 40 000 im Kampf gefallen. Mehr als 25 000 Unbewaffnete hätten die Besatzer getötet, 25 000 die Partisanen, mehr als 2000 die antikommunistischen Einheiten.

Gegen Kriegsende versank Slowenien im Chaos. Unter dem Eindruck des Rückzugs der Wehrmacht aus Jugoslawien flohen kroatische Ustasa, slowenische Domobranci (Heimwehren), serbische und montenegrinische Cetniki, oft begleitet von ihren Familien, in endlosen Kolonnen nach Norden. Tausende wurden von den Partisanen abgefangen, sofort erschossen oder in Lager gebracht und danach exekutiert. Anderen gelang es, über die Bergpässe bis zur Demarkationslinie an der Drau zu gelangen und sich den britischen Truppen zu ergeben, die Kärnten besetzt hatten. Von denen erhofften sie sich Schutz vor Titos Partisanen. Kosaken, die in Oberitalien an Hitlers Seite gekämpft hatten, stellten sich den Briten in Oberkärnten, slowenische Domobranci südlich von Klagenfurt, Ustasa-Verbände in Bleiburg.

Derweil waren Partisanenverbände in Südkärnten eingefallen, hatten einige hundert Deutsche verschleppt und waren in der Absicht, Kärnten zu annektieren, bis Klagenfurt vorgedrungen. Die Briten zwangen sie zum Rückzug, übergaben ihnen aber die geflüchteten und entwaffneten Kroaten und Slowenen. Die Kosaken wurden an Stalin ausgeliefert.

Tausende der aus Bleiburg zurückgeschickten Kroaten liegen im Panzergraben von Tezno. Die etwa 11 000 slowenischen Domobranci kamen in die Lager von Sentvid (Laibach) und Teharje (Cilli). Dann wurden die halb verhungerten und schwer misshandelten Gefangenen aneinander gefesselt und auf Lastwagen verladen. Der Barbara-Stollen war nur eines von vielen letzten Zielen. Rund um das Braunkohlebergwerk von Trbovlje-Hrastnik, in der zerbombten Siedlung von Zidani most und in den Wäldern gibt es noch zahlreiche weitere Massengräber.

Der ehemalige Partisan Jakob Ugovsek sagte am 9. Mai 1994 vor der Pucnik-Untersuchungskommission aus, er habe drei Tage lang und mehrmals täglich mit einem Lastwagen gefangene Domobranci vom Lager in Teharje nach Huda Jama gebracht, unter ihnen junge Männer von 17 oder 18 Jahren, alles Slowenen, zu Paaren zusammengebunden mit Telefondraht. “Die wurden aufgeladen wie Holz”, erzählte Ugovsek, etwa 30 für jede Fahrt. Das ging so lange, bis ein Offizier sagte, der Stollen sei voll. Daraufhin habe er die Gefangenen an andere Orte bringen müssen.

Slowenen, Kroaten, Serben und Montenegriner wurden selektiert und jeweils Partisanen ihrer eigenen Nationalität übergeben. Titos Konzept jugoslawischer “Brüderlichkeit und Einheit” schloss aus, dass Serben von Kroaten oder Montenegriner von Serben getötet werden; das hätte das harmonische Zusammenleben im Gesamtstaat gefährdet. Slowenen töten Slowenen, Kroaten töten Kroaten, Serben töten Serben – so musste es sein.

Erstaunlich viele, die sich als Zeugen melden, sind ehemalige Partisanen, alte Männer, die jahrzehntelang unter ihren Erinnerungen gelitten haben und nun ihr Gewissen erleichtern möchten. Dezman erzählt die “Geschichte von Joze”, der als Wächter im Barbara-Stollen eingesetzt war. Vor seinem Tod hatte er sich seinem Schwiegersohn anvertraut, der die Aussage niederschrieb. Er habe sich, heißt es in dem Protokoll, nicht von der Erinnerung an den jungen Slowenen befreien können, der ihn kniend um Verschonung bat, da er doch zwei kleine Kinder habe. Nach und nach kommt ans Licht, dass weit mehr Slowenen von dem schrecklichen Geheimnis des Barbara-Stollens gewusst haben, als die Geheimhaltung durch das Regime erwarten ließ.

Janez Stanovnik, der Vorsitzende des Veteranenverbandes der slowenischen Partisanen, hatte bisherstandhaft geleugnet, etwas über die Massenmorde gewusst zu haben. Jetzt, unter dem Eindruck des Entsetzens, das die Bilder aus dem Bergwerk in der Öffentlichkeit hervorgerufen haben, revidierte er seine Haltung. Er habe von Anfang an Bescheid gewusst, aber nichts gesagt, um nicht “alte Wunden” aufzureißen, sagte Stanovnik. Immer noch ist er der Meinung, die westlichen Alliierten hätten die Exekutionen legitimiert, weil sie Kollaborateuren den Status von Kriegsgefangenen abgesprochen hätten “und alle Quislinge den Ländern auslieferten, in denen sie ihre Verbrechen begingen”. Der Veteranenverband, sagte Stanovnik, habe Verständnis für die Umstände, unter denen die Tötungen stattfanden.

Verständnis für die “große und komplexe historische Figur” Josip Broz Titos äußerte auch der slowenische Präsident Danilo Türk, als die konservative Opposition vorschlug, nun doch endlich die dem “Marschall” gewidmeten Straßen und Plätze umzubenennen. Einen Kommentar zur Entdeckung des Massengrabes lehnte Türk zunächst ab. Erst auf massiven Druck der Öffentlichkeit revidierte er seine Haltung und ließ sich von den Ermittlern informieren. Ob die Bilder aus dem Barbara-Stollen wohl das strahlende Bild trüben, dasnoch immer von Tito gezeichnet wird?

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Quelle: nexusbord

6 thoughts on “Bestialischer Völkermord der Tito-Partisanen an Deutschen 1944 bis 1948 – Eine Dokumentation

  1. Hat dies auf behindertvertriebentessarzblog rebloggt und kommentierte:
    Vergleicht Facebook heute und die Firma BRD GmbH! Und wenn das nicht selbes Spiel ist, dann weiß ich auch nicht weiter! Danke an die Standhaften und denen, die unsere Heimat in Treue verteidigen! Dank auch an Ernst Zündel und Manfred Roeder!

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  2. Ich bin halb Kroate halb Serbe 34 Jahre alt hab mich nie von der weit verbreiten Tito-Verherrlichung blenden lassen.Habe schon immer so eine Meinung ùber den gehabt.Klasse Beitrag gut recherchiert.Bisher habe ich nur einmal sowas ähnliches gelesen von einem Serbischen Priester der in einem Buch ähnliches über die vertriebenen Deutschen die in Serbien gelebt haben schildert und sagt das im zweiten Weltkrieg mindestens genauso viele Serben von Kommunisten wie von Ustaschas umgebracht wurden(insgesamt ca.900.000) und das die Zahl der von der Deutschen Wehrmacht und SS getöteten Serben um die 100.000 beträgt.Der name des Priesters fällt mir leider nicht mehr ein.Ich weiß nur das er schon lange tot ist und aus Jugoslawien wegen seiner antikommunistischen und auch anti-zionistischem Einstellung fliehen musste.Er hat auch geschrieben das Juden eigentlich an den Teufel glauben.

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