Adolf Hitlers Rede am 30. Juli 1932 in Nürnberg

Diese Rede im Stadion von Nürnberg hielt Adolf Hitler nach 20.00 Uhr. An der von Stadtrat Willy Liebel mit einer kurzen Ansprache eröffneten Versammlung nahmen laut Bayerischer Volkszeitung etwa 60.000 Menschen teil. Vor Adolf Hitler sprach Gauleiter Julius Streicher, nach ihm Franz Ritter von Epp.

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Deutsche Volksgenossen und -genossinnen!

Seit über 100 Jahren hat das deutsche Volk noch nicht eine solche Erhebung mitgemacht wie jetzt. Mit der heutigen Kundgebung beweisen Sie am besten, daß das deutsche Volk in eine neue Zeit, in eine neue deutsche Geschichte hineinschreitet. Dutzend- und dutzendmal ist unser Volk zur Wahlurne gegangen, aber nie so beherrscht von dem Gefühl, daß nun eine geschichtliche Entscheidung vor uns steht als wie dieses Mal. Die Parteien, die dreizehn Jahre lang in Deutschland regierten, stehen vor ihrer Ablösung. Sie sollen doch zurückgreifen auf ihre Leistungen der letzten vierzehn Jahre! Wir halten ihnen dafür unsere Erfolge der letzten sechs Wochen entgegen!

Wir Nationalsozialisten sollten für die Regierung Papen verantwortlich sein? Meine Volksgenossen! Wir können darüber lachen. Denn nicht wir haben diese Regierung eingesetzt, sondern die vom Zentrum und der SPD. Sie schufen diesen erleuchteten Reichstag. Wir lassen uns nicht mehr von ihren dummen Mätzchen beschwindeln, sondern präsentieren ihnen morgen die Rechnung für ihre verantwortungslosen dreizehn Jahre.

Heute schreien sie: Wir geben Euch die Freiheit, ein jeder bekommt Arbeit und Brot. Sie versprechen ja nur aus Angst, sie zittern vor der Entscheidung. Wir lachen dazu, weil wir wissen, daß man eine solche Erkenntnis besitzen muß, wenn man eine Regierung antritt, aber nicht erst, wenn man davongejagt wird!

Worin bestand die Freiheit des deutschen Volkes in den letzten dreizehn Jahren? Außenpolitisch in einer furchtbaren Versklavung und Unterdrückung, innenpolitisch in Notverordnungen, Hunger und Elend. Sie scheinen ganz vergessen zu haben, SPD und Zentrum, wie sie ein gläubiges Volk belogen, verraten und verkauft und geknebelt haben. Wo ist da die Freiheit gewesen, als unsere Flugblätter und unsere Plakate verboten wurden, als sie unsere Versammlungen schlossen, als sie uns das Reden verboten und unsere Kämpfer einsperrten? Jetzt auf einmal, fünf Minuten vor zwölf, triefen sie von Freiheit, quatschen sie vom Recht des deutschen Menschen. Genau so, wie sie jetzt auf einmal wissen, daß Deutschland drei Milliarden nicht bezahlen kann. Vor zwölf Jahren haben dieselben Demagogen Milliarden unterschrieben, vor zwölf Jahren waren sie dazu bereit, einen Generalfeldmarschall ins Gefängnis zu werfen, deutsche Kämpfer der Schmach und der Schande preiszugeben. Wer hat damals gegen eine solche Regierung Stellung genommen? Jetzt auf einmal wissen sie, daß Deutschland weder 130 Milliarden, noch nicht einmal 3 Milliarden bezahlen kann.

Wir Nationalsozialisten können stolz sein auf unsere Erziehungsarbeit an diesen Burschen! Soweit haben sie es gebracht, daß sie jetzt Freiheit rufen, keine Reparationen mehr schreien, daß sie himmelhoch beteuern: Wir wollen für die Wirtschaft eintreten. Jetzt entdecken sie ganz plötzlich ihr soziales Herz, das sie dreizehn Jahre lang nicht mehr gekannt hatten. Wir werden sie noch weiter erziehen, daß ihnen Sehen und Hören vergeht. Sie müssen endlich erkennen, daß Führer und Geführte eine unlösliche Schicksalsgemeinschaft bilden, und wir werden sie noch dorthin führen, wo diese Erkenntnis schon von Anfang vertreten wurde, nämlich zu uns.

Was haben sie denn aus Deutschland mit ihren Regierungskünsten gemacht? Wie würden sie prahlen, wenn sie nicht so erbärmlich regiert hätten: Das haben wir getan und dieses und jenes, wir haben dem Volke Arbeit gegeben, die Erwerbslosigkeit beseitigt und die Finanzen in Ordnung gebracht und den Mittelstand gerettet. So würden diese Pfuscher reden! Sie würden nicht so bescheiden sein wie wir, die wir uns zwölf Jahre für den deutschen Menschen einsetzten. Sie können es nicht! Wenn die Merkmale der Vernichtung der deutschen Wirtschaft, Verelendung der Berufsstände, Ausrottung des Mittelstandes, sieben Millionen Erwerbslosen bestehen, so nenne ich das keine Freiheit! Auf einmal wollen sie Deutschland ins Paradies verwandeln, jetzt auf einmal. Aber ihr Herren vom Zentrum und der SPD, ihr erinnert euch wohl nicht mehr an eure Schuld am verlorenen Krieg! Wie sagtet ihr doch: Der Krieg darf nicht gewonnen werden, der deutsche Soldat darf nicht als Sieger heimkommen! Und dann euer Triumphgeschrei: „Das deutsche Volk hat auf der ganzen Linie gesiegt.“ Ja, Spitzbuben haben damals gesiegt, und ein heldenhaftes Volk hat alles verloren!

So häuftet ihr Schuld auf Schuld, Verrat auf Verrat, dreizehn Jahre lang, bis das deutsche Volk jedes politische Denken und Fühlen verloren hatte und durch seine dreißig Parteien zum Gespött des Auslandes wurde. Ist das vielleicht eine Nation, die sich von dreißig Parteien vertreten läßt? Verdankt ihr es ihnen, wenn heute überhaupt noch ein Deutschland besteht? Der Arbeiter hatte drei oder vier Parteien, das Zentrum noch mehr, der Kleinrentner seine eigene, der Großindustrielle, das Landvolk, der Beamte, der Angestellte und die Katholiken rühmten sich sogar einer ganz besonderen Spezialpartei. Ist das vielleicht deutsch, wenn unser Volk in dreißig Parteien zerrissen ist, wenn nicht eine mit der anderen sich vertragen kann? Ich sage aber all diesen traurigen Politikern: Deutschland wird eine einzige Partei werden, die Partei eines heldischen großen Volkes!

Wir werden diesen Herrschaften noch lernen, daß wir unter den Deutschen etwas Ganzes verstehen. Unser Ziel ist die Beseitigung dieser 30 Parteien, Einigkeit und Ordnung in Deutschland wiederherzustellen in der Erkenntnis, daß die Größe eines Volkes nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich bedingt ist, und vor allem von der Kraft einer geeinten Nation abhängt. Sie werden uns fragen, welches Programm habt ihr? Ja, meine Freunde, wahrscheinlich ist es die Vernichtung der deutschen Wirtschaft, sind es die Millionen Erwerbslosen, die auf Grund eures Programms geschaffen wurden! Sagtet ihr nicht zum Volke: Deutscher, glaube an alles, nur nicht an Dich selbst! In unserem Programm heißt es: Deutscher, verlasse Dich auf gar nichts als auf Dich selbst! Deutschland den Deutschen! Der deutsche Mensch muß aus sich selbst heraus wieder zum Deutschen zurückfinden, über Herkunft, Klassen und Stände, über Konfessionen hinweg: der Mensch zum Menschen! Nur dann wird das Volk wieder sein Recht vertreten, wenn es sich auf sich selbst besinnt. Wir fordern, daß dieses Volk von Deutschen geführt wird, ein Volk, ein Geist, ein Entschluß – und aus allen heraus: der Wille zur Tat!

Eine solche Tat wird auch morgen von uns verlangt. Sie werden selbst die Empfindung haben, Deutschland wäre am Ende, wenn der Nationalsozialismus es nicht vom Abgrund zurückrisse. Sie erfüllen das Gebot der Stunde, Sie bauen mit an Deutschlands Zukunft. Was hätte man aus dem deutschen Volke gemacht, wenn nicht unsere Bewegung wäre? Unsere herrliche Partei, die Klassen und Stände, Stadt und Land in ihren Reihen überwunden hat, die die Menschen wieder lehrt, sich zu achten und zu schätzen, miteinander auszukommen und einzutreten für ein kommendes, einiges, starkes Deutsches Reich.

Ich bin fest überzeugt: Deutschland geht einer großen geschichtlichen Zukunft entgegen, in der Eifersucht, Neid und Mißgunst großen politischen Aufgaben weichen müssen, in der der deutsche Mensch zum Kämpfer und Sieger wird. Die kommende Zeit kann keine laue Generation, keine verweichlichte Jugend brauchen, sondern, was sie braucht, das ist ein Menschengeschlecht, das sich nicht scheut, sein Bekenntnis laut auszusprechen, und eine starke Jugend, die sich nicht feige verbirgt.

Darum bitten wir Sie für morgen, raffen Sie sich auf zur befreienden Tat, dringen Sie morgen darauf, daß Millionen sich zu uns bekennen, zu einem freien deutschen Volke, daß Parteien und Verbände verschwinden. Vergesse nicht Du, deutscher Mann und Du, deutsche Frau, daß das Geschick deines Volkes abhängig ist von Dir und Deinem Tun. Du und ich, deutscher Bruder, wir müssen vergehen, aber Deutschland wird weiterleben, weil es weiterleben muß. Ein Tag der Befreiung und eine Wende ist angebrochen, wenn Sie Ihre Pflicht erfüllen. Wir haben sie dreizehn Jahre lang erfüllt, nun ist die Stunde an Sie gekommen, denke daran, was wieder werden muß: Deutschland!

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Quelle: Bayerische Volkszeitung vom 1.8.1932, „Adolf Hitler in Nürnberg“; Nürnberger Zeitung vom 1.8.1932, „Der Schlußakt des Wahlkampfes“

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