Erich von dem Bach-Zelewski – deutscher Offizier der Kaiserlichen Armee, der Freikorps, der Reichswehr sowie SS-Obergruppenführer und General der Polizei

Erich Julius Eberhard von dem Bach-Zelewski (Lebensrune.png 1. März 1899 in Lauenburg in Pommern; Todesrune.png 8. März 1972 in München) war ein deutscher Offizier der Kaiserlichen Armee, der Freikorps, der Reichswehr sowie SS-Obergruppenführer und General der Polizei im Zweiten Weltkrieg. Er war Mitglied im Stahlhelm – Bund der Frontsoldaten, dem Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbund und zuletzt Höherer SS- und Polizeiführer in Russland-Mitte.

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Erich Bach-Zelewski als SS-Oberführer 1933

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Jugend

Erich von dem Bach-Zelewski wurde am 1. März 1899 in der alten Ordensfeste Lauenburg in Pommern geboren und entstammte verarmtem kaschubischen Landadel. Er war Neffe von Emil von Zelewski, der als Kommandeur der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika 1891 im Kampf gegen die Hehe bei Iringa ums Leben kam.

Bach-Zelewski besuchte die Gymnasien in Neustadt (Westpreußen) und Strasburg (Westpreußen) und in der ebenfalls urdeutschen Stadt Konitz, das genau so wie Strasburg und Neustadt eine Gründung des Ritterordens mit einer alten Ordensburg darstellt. Heute gehören diese Städte trotz ihres stets deutschen Charakters zu Polen.

Erster Weltkrieg

Im November 1914 wurde Erich von dem Bach-Zelewski der jüngste Kriegsfreiwillige Deutschlands. Schon mit 15 Jahren meldete er sich zum Heer, schon als Fünfzehnjähriger trat er unter die Fahne.

Er wurde beim ostmärkischen Infanterie-Regiment 176 ausgebildet und kam im Jahr 1915 ins Feld. Er hatte dann beim Infanterie-Regiment 129, ebenfalls einem ostmärkischen Regiment, beim Jäger-Bataillon 2 und beim Grenadier-Regiment 10 den Ersten Weltkrieg mitgemacht.

Zweimal wurde er verwundet. Bei Kriegsschluss war er bereits Leutnant und Kompanieführer, ein Kompanieführer, dem trotz seiner Jugend seine Untergebenen gern folgten, weil er von ihnen nichts verlangte, was er sich nicht auch selbst zumutete.

Er wurde als Frontsoldat mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet.

Weimarer Republik

Nach Auflösung des alten Heeres ging Erich von dem Bach-Zelewski in den Schlesischen Grenzschutz, um seine ostmärkische Heimat verteidigen zu helfen (diente in verschiedene Freikorps, u.a. unter Generalmajor Karl Hoefer beim Selbstschutz Oberschlesien). Er wurde in die Reichswehr übernommen und tat bis 1924 beim Infanterie-Regiment 4 in Stargard (Pommern) Dienst.

Er wurde dann Bevollmächtigter des Rittergutes Liebenow im Kreise Landsbergan der Warthe, also wiederum im Osten Deutschlands, in der Neumark, die ja ebenso wie die Ostmark vom Deutschen Orden dem Deutschtum zurück gewonnen war.

Im Jahr 1930 schloss er sich der NSDAP (Mitgliedsnummer 489.101) an. Gleichzeitig trat er (1931) in die SS (Mitgliedsnummer 9.831) ein, von der in Ostdeutschland bis zur dieser Zeit kaum eine Formation bestand. Er tat sich bald organisatorisch hervor und bei der endgültigen Gliederung der SS übertrug ihm der Reichsführer Heinrich Himmler die Führung des SS-Abschnitts XII, der die Regierungsbezirke Frankfurt an der Oder und Schneidemühl umfasste, also das Gebiet des früheren Gaues Ostmark der NSDAP.

Adolf Hitler ernannte ihn 1932 zum Chef seines Personenschutzes. Im selben Jahr wurde von dem Bach-Zelewski NSDAP-Reichstagsabgeordneter.

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Erich Bach-Zelewski als SS-Brigadeführer 1934

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Drittes Reich

Er schuf die SS-Standarte 27, aus der später auch die Standarte 54 entstand, die im Februar 1934 zur Erinnerung an den SS-Gruppenführer Seidel-Dittmarsch die Bezeichnung „Standarte Seidel-Dittmarsch 54“ erhielt. Als eine besondere Ehrung für seinen Abschnitt empfand Erich von dem Bach-Zelewski es auch, dass seine Standarte 27 in Frankfurt an der Oder dem Gauleiter Wilhelm Kube zur Ehrendienstleistung zugewiesen wurde.

Am 16. Dezember 1933 wurde Erich von dem Bach-Zelewski zum Brigadeführer befördert und am 1. Februar 1934 mit der Führung des SS-Oberabschnitts Nordost inKönigsberg (Ostpreußen) beauftragt.

In der Wehrmacht erhielt er noch 1937 die Beförderung zum Hauptmann.

Im Juni 1938 wurde er Höherer SS- und Polizeiführer (HSSPF) im SS-Oberabschnitt Süd-Ost (Schlesien). Am 9. November 1941 wurde Bach-Zelewski zum SS-Obergruppenführer und General der Polizei befördert.

Mit Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion wurde von dem Bach-Zelewski von Himmler am 22. Juni 1941 zum HSSPF Russland-Mitte mit Sitz in Mahiljou ernannt. Auf diesem Posten organisierte er den Kampf gegen russische Partisanen im rückwärtigen Bereich der Heeresgruppe Mitte (umfassend Weißrussland, Ostpolen und Teile der nördlichen Ukraine). Am11. Juni 1943 wurde er (unterstützt von SS-Brigadeführer Curt von Gottberg mit der spezialisierten Kampfgruppe „von Gottberg“ und dem „Sonderkommando Dirlewanger“) zum „Chef der Bandenkampfverbände“ ernannt und so zum Organisator der Bandenbekämpfung in Russland.

Am 5. August 1944 wurde von dem Bach-Zelewski mit der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes beauftragt. General Bor-Komorowski, der polnische Aufstandsführer, attestierte später, als Unterlegener von ihm anständig behandelt worden zu sein. Im Oktober 1944 wurde er von Adolf Hitler nach Budapest gesandt, wo er während dem Unternehmen „Panzerfaust“ am Sturz der Regierung Horthy und ihrer Ersetzung durch den Führer der Pfeilkreuzlerpartei, Ferenc Szalasi beteiligt war.

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Erich Bach-Zelewski bei Abnahme der Parade der Ordnungspolizei auf dem Lenin-Platz in Minsk (ca. 1943)

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Nachkriegszeit

Um der Auslieferung an die Sowjetunion und dem Foltertod in Stalins Reich zu entgehen, stellte sich von dem Bach-Zelewski beim Nürnberger Tribunal der Alliierten als Kronzeuge der Anklage zur Verfügung. 1951 wurde er von der Münchner Hauptspruchkammer zu 10 Jahren Arbeitslager und Vermögensentzug verurteilt. Er stand anschließend unter Hausarrest und wohnte in Lauffenau, Franken. Später nahm er eine Tätigkeit als Nachtwächter an.

Im Januar 1958 wurde er verhaftet und wegen eines 1934 erteilten Befehls zur Ermordung angeklagt. (Anm.: a) Nach Abbüßen einer Spruchkammer-Haftstrafe einige Jahre auf freiem Fuß, wurde er 1961 wegen seiner Rolle bei der Bekämpfung des Röhm-Putsches (1934) zu zeitiger Gefängnisstrafe und 1962 wegen des Vorwurfs, 1933 mehrere Kommunisten umgebracht zu haben, zu „lebenslänglich“ verurteilt, b) Die BRD-Anklage umfasste seine Rolle beim Röhm-Putsch, was die Fortführung der Siegerjustiz durch BRD-Behörden darstellt, da die Maßnahmen durch den Tatbestand des Staatsnotstandes eines souveränen Staates legitim waren.)
Der Prozess begann im Januar 1961 in Nürnberg. Er nahm vor Gericht, im Gegensatz zu vielen anderen, keinen „Befehlsnotstand“ in Anspruch. Er verkündete stolz und würdevoll:

„Ich war bis zuletzt Hitlers Mann. Und ich bin noch heute von seiner Unschuld überzeugt.“

Das Urteil: Lebenslange Haft. Nachdem Erich von dem Bach-Zelewski Anfang März 1972 schwerstkrank Haftverschonung erhielt, verstarb er wenige Tage später – kurz nach seinem 73. Geburtstag – am 8. März 1972 im Gefängniskrankenhaus München-Harlaching. SS-Obergruppenführer a.D. Erich von dem Bach-Zelewski war seit 1921 verheiratet und hatte sechs Kinder.

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Als SS-Obergruppenführer 1944

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Auszeichnungen

  • Eisernes Kreuz (1914) II. und I. Klasse
  • Verwundetenabzeichen (1918) in Schwarz
  • Ehrenkreuz für Frontkämpfer
  • Abzeichen des SA-Treffens Braunschweig 1931
  • Dienstauszeichnung der NSDAP in Bronze und Silber
  • SS-Dienstauszeichnung
  • Deutsches Reichssportabzeichen in Silber
  • SA-Sportabzeichen in Bronze
  • SS-Totenkopfring
  • Ehrendegen des Reichsführers-SS
  • Schlesischer Adler II. und I. Klasse
  • Danziger Kreuz I. Klasse
  • Kriegsverdienstkreuz II. und I. Klasse
  • Medaille Winterschlacht im Osten 1941/42
  • Goldenes Parteiabzeichen der NSDAP
  • Wiederholungsspange (1939) zum Eisernen Kreuz II. und I. Klasse (1914)
  • Deutsches Kreuz in Gold am 23. Februar 1943
  • Bandenkampfabzeichen in Silber
  • Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes am 30. September 1944 als SS-Obergruppenführer und Kommandierender General der Korpsgruppe „von dem Bach“
    • für die Bekämpfung des Warschauer Aufstandes

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Quelle: Metapedia