SS-Obergruppenführer und Gauleiter Arthur Greiser, geb. am 22. Januar 1897

Arthur Karl Greiser (Lebensrune.png 22. Januar 1897 in Schroda, Provinz Posen; Todesrune.png hingerichtet 14. Juli 1946 ebenda) war ein deutscher Gauleiter (des Gaues Wartheland), Reichsstatthalter und SS-Obergruppenführer.

Arthur Karl Greiser mit Kragenspiegel des Gauleiters, zweireihiger Bandspange und Goldenem Parteiabzeichen der NSDAP

.

Leben und Wirken

Als Sohn eines Beamten kam Greiser in Posen zur Welt, besuchte das Gymnasium und meldete sich als Freiwilliger zum Ersten Weltkrieg, wo er als Offizier der Marineflieger schwer verwundet wurde.[1]

Nach Kriegsende sicherte er im Freikorps die deutschen Ostgrenzen gegen polnische Invasoren seiner Heimat. Seit 1. Dezember 1929 Mitglied der NSDAP (NSDAP-Nr.: 166.635), schloss er sich kurz darauf der SA und der SS (1930; SS-Nr.: 10.795) an. 1930 zog er als Abgeordneter in den Danziger Volkstag ein und amtierte ab Juni 1933 als Vizepräsident und Innensenator der Freien Stadt Danzig. 1934 wurde Greiser in Nachfolge von Rauschning Präsident des Danziger Senates.

Nach Kriegsbeginn war er Gauleiter und Reichsstatthalter des Gaues Wartheland und somit verantwortlich für die angestrebte Regermanisierung seiner Heimat. Ungeachtet der Tatsache, dass diese Gebiete im Zuge des Versailler Diktats dem Deutschen Reich völkerrechtswidrig entrissen wurden, wurde Greiser seine Arbeit nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges als Verbrechen gegen die Menschlichkeit ausgelegt.

Die zuvor erfolgte Polonisierung alter deutscher Siedlungsgebiete waren im Sinne der „Befreier“ legitime Handlungen. Kurz vor der Eroberung Posens durch die Rote Armee soll Greiser geflohen sein, wobei es auch die These gibt, dass Bormann als Erzfeind Greisers ihm unter Vorspiegelung eines falschen Befehls zur Absetzung aus dem Kessel geraten hatte, um ihn später als Feigling darzustellen.

Nach der Kapitulation wurde Greiser von den VS-amerikanischen „Befreiern“ in den Bayrischen Alpen aufgegriffen und an die Polen ausgeliefert. Vor seinem Amtssitz in Posen wurde er enthauptet[2] und angeblich vorher in einem Käfig durch die Stadt geführt.[3]

Die feierliche Amtseinführung des Reichsstatthalters und Gauleiters Greiser durch Reichsinnenminister Dr. Wilhelm Frick in Posen. Bei seiner Ankunft im Posener Schloss schreitet Reichsinnenminister Dr. Frick (Mitte) in Begleitung von Reichsstatthalter Greiser (rechts) und General der Artillerie Walter Petzel die Front der im Schlosshof angetretenen Ehrenabteilungen der Wehrmacht, Polizei und neugebildeten Parteiformationen ab.

.

Greisers Schriften (Auswahl)

  • mit Albert Forster, Hjalmar Schacht: Drei für jeden Danziger hochbedeutsame Reden, Danzig: Müller 1935.
  • Danzig als politisches Problem, 1935 (Sonderdruck aus Hochschule und Ausland, Mai 1935).
  • mit Albert Forster: Danzigs Lebenskampf (= Schriften der Adolf-Hitler-Schule, Band 3), Hamburg: Hanseat. Verl.-Anst. 1935.
  • Die politische Stellung Danzigs zum Völkerbund, zu Polen und zum Reich, 1935 (Sonderdruck aus Nationalsozialistisches Handbuch für Recht und Gesetzgebung, München 1935).
  • Der Aufbau im Osten (= Kieler Vorträge, Band 68), Jena: Fischer 1942.

.

Auszeichnungen (Auszug)

  • Eisernes Kreuz (1914) II. und I. Klasse
  • Abzeichen für Beobachter auf Marineflugzeugen
  • Abzeichen für Marine Flugzeugführer auf Seeflugzeugen
  • Marineverwundetenabzeichen (1918)]
  • Erinnerungsabzeichen für Marine-Flugzeugführer und -Beobachter
  • SA/SS gemeinsames Fliegerabzeichen, 1932
  • SS-Totenkopfring am 24. Dezember 1933
  • Ehrenzeichen Danzig-Westpreußen (Traditions- und Gau-Abzeichen), 1933
  • Ehrenzeichen Wartheland (Traditions- und Gau-Abzeichen)
  • Flieger-Ehrendolch, 1934
  • Ehrenwinkel der Alten Kämpfer, Februar 1934
  • NSKK-Ehrenwinkel
  • Ehrenkreuz für Frontkämpfer am 8. Dezember 1934
  • DRL Sportabzeichen in Gold
  • SS-Julleuchter am 16. Dezember 1935
  • Stern des Ehrenzeichens des Deutschen Roten Kreuzes am 20. April 1936
  • Deutsches Olympia Ehrenzeichen, I. Klasse
  • Ehrendegen Reichsführer-SS am 1. Dezember 1936
  • SS-Zivilabzeichen
  • Goldenes Parteiabzeichen am 30. Januar 1938
  • Medaille zur Erinnerung an den 13. März 1938
  • Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938
  • Danziger Kreuz, I. Klasse am 24. Oktober 1939
  • Kriegsverdienstkreuz (1939), I. Klasse mit Schwertern
    • II. Klasse mit Schwertern
    • I. Klasse ohne Schwerter am 4. September 1940
    • I. Klasse mit Schwertern am 30. Januar 1941
  • Großoffizier des Ritterordens der hl. Mauritius und Lazarus am 9. August 1940
  • Goldenes HJ-Ehrenzeichen mit Eichenlaub
  • Gauehrenzeichen des Reichsgaues Wartheland für Verdienste im Volkstumskampf, 1943
  • Dienstauszeichnung der NSDAP in Bronze und Silber
  • SS-Dienstauszeichnung

.

Fußnoten:

  1. ↑ Am 4. August 1914, bei Beginn des Ersten Weltkrieges, meldete sich Greiser als Kriegsfreiwilliger. Er war zunächst bei der Kaiserlichen Marine, dann von August bis Oktober 1917 als Führer einer Flugstaffel beim Jagdgeschwader „von Richthofen“. Im Oktober 1917 zu einer Seeflugstation im belgischen Ostende kommandiert, wurde er im Oktober 1918 abgeschossen und dabei schwer verwundet. Seine Genesung zog sich bis in den Frühling 1919 hin, eine Kriegsbeschädigung von 50 Prozent blieb zurück.
  2. ↑ Andere Quellen schreiben von dem Tod durch Hängen, Karl Höffkes: „Die Gauleiter des Dritten Reiches“, Grabert-Verlag Tübingen, 2. Auflage 1997, Seite 112
  3. ↑ Prominente ohne Maske – Drittes Reich, FZ-Verlag 1998, ISBN 3924309396

.

Greiser in Posen bei den Feierlichkeiten zur Befreiung des Reichgaues Wartheland am 2. Oktober 1939 mit Großer Ordensschnalle und Adjutanten (hier mit Schulterband bzw. Achselschnur)

Quelle: Metapedia

2 thoughts on “SS-Obergruppenführer und Gauleiter Arthur Greiser, geb. am 22. Januar 1897

Kommentare sind geschlossen.