Erich Ludendorff – deutscher General und Reichstagsabgeordneter

Erich Friedrich Wilhelm Ludendorff (Lebensrune.png 9. April 1865 in Kruschewnia bei Schwersenz, Preußen, Provinz Posen; Todesrune.png 20. Dezember 1937 in Tutzing) war ein deutscher Offizier der Preußischen Armee und des Kaiserlichen Heeres, zuletzt General der Infanterie und Politiker. Im Ersten Weltkrieg hatte er als Erster Generalquartiermeister und Stellvertreter Paul von Hindenburgs, des Chefs der Dritten Obersten Heeresleitung, bestimmenden Einfluss auf die deutsche Kriegführung und Politik.

Erich Ludendorff (1865 – 1937)

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Familie

Ludendorff kam auf dem Gutshof seiner Eltern zur Welt. Sein Vater, dessen Vorfahren dem Geschlecht der schwedischen Wasa-Könige entsprangen, war Rittmeister der Reserve. Seine Mutter stammte aus dem preußischen Schwertadel.

Ausbildung

Ludendorff schlug die Offizierskarriere ein und besuchte in den Jahren 1877 bis 1882 das Kadettenvorkorps Plön sowie die Preußische Hauptkadettenanstalt Groß-Lichterfelde. 1882 kam Erich Ludendorff als junger Leutnant zum Infanterie-Regiment „Herzog Ferdinand von Braunschweig“ (8. Westfälisches) Nr. 57 nach Wesel. 1887 wurde er zu einem Seebataillon (Marine-Infanterie) der Kaiserlichen Marine versetzt und diente unter anderem auf den Schiffen Seiner Majestät „Niobe“, Baden und „Kaiser“. Er wurde zeitweise als Militärgesandter nach Russland kommandiert.

Erster Weltkrieg

Der erfolgreiche Sturm 1914 auf Lüttich, die Siege in Ostpreußen unter dem Oberbefehl des Generals der Infanterie von Hindenburg als Generalmajor und Chef des Stabes bei der 8. Armee (Ludendorff war sowohl aufgrund seiner Vorerfahrungen als Militärbeobachter in Russland als auch aufgrund seiner Erfolge an der Westfront für diese Aufgabe prädestiniert), insbesondere Tannenberg (der russische Feind stand bis zu 10 Kilometer auf ostpreußischem Gebiet) und die Stabilisierung der Westfront 1916 begründeten den Ruhm des inzwischen vom Kaiser beförderten Generalleutnants als Feldherr. Von 1916 bis 1918 war er Generalstabschef und Erster Generalquartiermeister.

Gustav Stresemann persönlich forderte Ludendorff auf, sich als autoritärer politischer Führer, nur Wilhelm II. unterstellt, an die Spitze des Reiches zu stellen, was Ludendorff ablehnte.

Die Gründung der UFA 1917 geht auf Ludendorff zurück, am Frieden von Brest-Litowsk war er maßgeblich beteiligt. Ein Mitglied der katholischen Zentrumspartei bot Ludendorff an, vor Gericht zu dessen Gunsten auszusagen:

„[…] Ew. Exzellenz geben jetzt ihre Denkwürdigkeiten heraus. Der Hauptvorwurf der ihnen gemacht wird, ist der, Sie hätten unter allen Umständen den Krieg bis zur völligen Niederwerfung der Feinde, d. h. bis zur Erreichung der weitestgehenden deutschen Kriegsziele führen wollen. Vor mir liegt die Niederschrift, der eingehenden Unterhaltung, die ich im September 1917 mit Ew. Exzellenz in Kreuznach zu führen die Ehre hatte. Bei dieser Unterhaltung haben Ew. Exzellenz mir gegenüber zum Ausdruck gebracht, als ich sagte, daß es mir doch sehr erwünscht erscheine, die flandrische Küste in die Hand zu bekommen: Ja, aber Herr Brockmann, wenn wir nun ohne die flandrische Küste jetzt oder bald den Frieden bekommen könnten, könnte man es da verantworten, den furchtbaren Krieg deswegen noch fortzusetzen? Auch bezüglich des Erzbeckens von Briey und der Campine machten Ew. Exz. hier Bemerkungen, wonach Sie darauf keinen so entscheidenden Wert legten, und auch deswegen den Krieg nicht eine Stunde mehr fortsetzen wollten, wenn ein guter Frieden auch ohne die zu haben sei. Sie sagten damals noch, die Berliner Regierung – ich meine daß Sie den Grafen Roedern als Gewährsmann anzogen – hätte ihnen Zahlen angegeben, wonach dieser Erwerb gar nicht so bedeutungsvoll für unsere deutsche Volkswirtschaft wäre. Ich gestehe ruhig ein, daß ich damals über ihre Auffassung sogar im Innern recht enttäuscht war, da ich selber mit der festen Überzeugung nach Kreuznach gekommen war, daß wir die flandrische Küste und das Erzbecken von Briey unbedingt in unsere Hände bekommen müßten. Erst durch diese Unterhaltung mit Ew. Exzellenz bin ich darin schwankend geworden, ebenso wie ich andererseits in der Überzeugung durch den Besuch im großen Haupt-Quartier bestärkt worden bin, daß der Krieg nur gewonnen werden könnte, wenn der unseligen Miesmacherstimmung in der Heimat Einhalt geboten würde. Da Ew. Exzellenz in dem Briefwechsel mit Herrn Scheidemann selber verlangen, vor einen Staatsgerichtshof gestellt zu werden, so halte ich mich für verpflichtet, meine Zeugenschaft zu diesen Punkten Ew. Exzellenz hierdurch als ehrlicher deutscher Mann anzubieten. Auch sonst können Ew. Exzellenz von diesen Mitteilungen jeden beliebigen Gebrauch machen. Mit dem Ausdruck meiner unwandelbaren Verehrung und Treue verbleibe ich Ew. Exzellenz ergebenster Gez. Brockmann, R.-A.“

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Hindenburg, Wilhelm II., Ludendorff

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Zwischenkriegszeit

Ludendorff nahm am Kapp-Aufstand und mit Adolf Hitler am Marsch auf die Feldherrnhalle teil.

„Er marschierte seelenruhig alleine vor den Mündungen der auf ihn gerichteten Gewehre weiter.“

Vom Vorwurf des Hochverrates wurde Ludendorff, dank einer weitgehend noch intakten deutschen Justiz, freigesprochen. Nach dem Verbot der NSDAP im Jahr 1923 vertrat Ludendorff von 1924 bis 1928 die DVFP im Deutschen Reichstag. 1925 war er Kandidat für das Amt des Reichspräsidenten und gründete am 6. September des selben Jahres den vaterländischen Tannenbergbund. Mit seiner zweiten Frau, der Publizistin und Philosophin Dr. Mathilde Ludendorff (geb. Spieß), wandte er sich in zahlreichen Schriften gegen überstaatliche Mächte wie Judentum, Freimaurerei und Jesuiten, durch die er das Deutsche Reich bedroht sah.

Nach der Regierungsübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 wurden Teile seiner Schriften aus dem Vertrieb entfernt. Nach Ludendorffs Tod 1937 wurde durch den Reichskanzler Adolf Hitler ein Staatsakt angeordnet. Seine Beisetzung fand in Tutzing, dem Alterssitz der Ludendorffs, statt. Das 1961 durch die BRD-Justiz ausgesprochene Verbot des von seiner Frau geführten Bundes Deutscher Gotterkenntnis (auch Ludendorff-Bewegung) wurde 1977 aufgehoben.

Ludendorff in der BRD-Geschichtsschreibung

Ludendorff wird in der politisch korrekten Geschichtsfälschung gerne als Kriegstreiber dargestellt. Tatsächlich mahnte er bereits um die Jahrhundertwende angesichts der antideutschen Stimmungsmache von Frankreich und Großbritannien vor den Auswirkungen eines großen europäischen Krieges. Insbesondere die Landrüstung Frankreichs, das wesentlich mehr Männer zum Wehrdienst einzog als das Deutsche Reich, gab ihm Anlass zur Sorge.

Das Scheitern der Regierung Bethmann-Hollweg, die auf dem Kompromisswege den Frieden zu erhalten versuchte, ist in erster Linie nicht auf Ludendorffs Kriegslust zurückzuführen, sondern auf die konsequente Ablehnung durch die Westmächte. Im August 1918 riet Ludendorff den sinnlosen Kampf diplomatisch zu beenden, während z. B. Walter Rathenau noch auf Kriegsfortsetzung drängte. Sein in der BRD-Literatur erwähnter Brief an Hindenburg, in dem er vor Adolf Hitler warnte und ihn einen „Reichsverderber“ nannte, entpuppte sich Anfang der 1990’er Jahre als plumpe Fälschung, wie z. B. auch im Großen Wendig erwähnt wird.

Ehen

Ludendorff war zweimal verheiratet. Seine erste Frau Margarete Schmidt heiratete er 1908; die Ehe wurde 1925 geschieden. 1926 folgte die Hochzeit mit Mathilde Spieß.

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

  • Eisernes Kreuz (1914), II. und I. Klasse
  • Königlicher Hausorden von Hohenzollern, Großkomtur mit Stern
  • Pour le Mérite (2. Verleihung) am 8. August 1914 als Generalmajor und Oberquartiermeister der 2. Armee
    • Eichenlaub zum Pour le Mérite am 23. Februar 1915 (gemeinsam mit Paul von Beneckendorff und von Hindenburg)
  • Militär-Verdienstorden (Württemberg), Ritter (ggf. Komtur oder Großkreuz)
  • Militär-Max-Joseph-Orden, Ritter und Großkreuz
  • Militär-St.-Heinrichs-Orden, Ritter und Großkreuz
  • Oldenburgischer Haus- und Verdienstorden des Herzogs Peter Friedrich Ludwig, Großkreuz mit den Schwertern und der Kriegsdekoration (Lorbeerkranz)
  • Großkreuz des Eisernen Kreuzes am 24. März 1918
  • Militärverdienstkreuz (Mecklenburg), II. Klasse
  • Militärverdienstkreuz (Österreich), I. Klasse und Kriegsdekoration
  • Große Militär-Verdienstmedaille in Gold (Signum Laudis)
  • Rheinbrücke zwischen Remagen und Erpel wurde am 1. Mai 1918 auf den Namen „Ludendorff-Brücke“ getauft

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Zitate von Erich Ludendorff

„Die Lage, in die das Deutsche Reich geraten war, ist aber nicht in seiner Verfassung begründet – es war dieselbe Verfassung wie zu Zeiten des Fürsten Bismarck –, sondern von den Staatsangehörigen selbst verschuldet. Sie verstanden weder die Weltgeschichte und die Zeichen ihrer Zeit, noch vermochten sie, in internationalem, pazifistischem Denken befangen, zu verstehen, daß in Rücksicht auf die Geistesrichtung anderer Völker Macht in der Hand einer starken Regierung das einzige Mittel ist, die Freiheit und Wohlfahrt eines Volkes zu sichern, und daß nur staatliche Macht, nach innen vor verbrecherischem Wirrwarr auf allen Gebieten, nach außen vor dem Sklaventum bewahren kann. Macht und Gewalt sind im Leben der Staaten und Völker erst dann zu verabscheuen, wenn sie zur Vergewaltigung anderer und zu unsittlichen Zwecken benutzt werden, wie es auf der einen Seite die Bolschewisten tun, um ihre Herrschaftsgelüste und ihren Blutrausch, auf der anderen Seite die Entente und das Volk der Juden um ihr Machtstreben und ihre Neigungen zu befriedigen. Mit der hohen germanischen Anschauung von der Macht und Gewalt des Staates, die in dem sozialen Preußentum sich verkörpert, hat dies nichts zu tun.“

Hätte ich die Revolution Orgien feiern lassen, dieses größte aller Hasardspiele geduldet, das je mit einem Volk gespielt ist, so würde mir nichts vorgeworfen werden, allerdings müßte ich auf die Ehre verzichten, von dem ersten Ministerpräsidenten der Deutschen Republik Hasardeur (gemeint ist Philipp Scheidemann), von dem zweiten, ihrem ersten Reichskanzler, größter Volksverderber genannt zu werden.“   

„Über alles das schweigt sich das Weißbuch aus! Denn es wendet sich in seiner ganzen Art gegen den durch mich vertretenen Militarismus, von dem Herr Philipp Hiltebrandt in seinem schönen Buch: ‚Das europäische Verhängnis‘ (1919) schreibt: ‚Dadurch, daß die Armee sich in der Hand der Krone befand und ihren Angehörigen die Beteiligung am politischen Leben untersagt war, blieb sie der Politik und den politischen, konfessionellen, partikularistischen und ökonomischen Gegensätzen, die das deutsche Volk vor 1914 zerrissen, entrückt. Sie stellte ein Volksheer dar, aufgebaut auf dem demokratischen Gedanken der allgemeinen Wehrpflicht, ausgebildet und geführt von einem aristokratischen, in der Tradition erzogenen Offizierskorps und unterstellt der monarchischen Spitze des Staates. In ihr war die Mischung der drei Verfassungsformen, die ein großer antiker Geschichtsschreiber als die beste aller Staatsverfassungen erklärt hat, und die traditionell militärisch-technische Disziplin mit dem Geiste der Vaterlandsliebe verbunden. Nur so konnte jene geistige Macht entstehen, die im vergangenen Weltkriege vier lange Jahre hindurch siegreich der vereinten Macht von fünf Kontinenten Widerstand leistete und von der ein uns feindlicher Publizist einmal gesagt hat, daß sie das Größte ist, was die Neuzeit überhaupt geschaffen hat.‘ Das ist der deutsche »Militarismus«, der vom Feinde bekämpft wurde, weil er in ihm die Grundlage für die Größe Deutschlands erblickte, das ist der deutsche Militarismus, der von den eigenen Landsleuten begeifert wurde, weil er die Selbstlosigkeit gegenüber zügelloser Gewinnsucht, weil er den Staatsgedanken gegenüber den selbstischen Interessen vertrat.“

„Daß ich die Zahl der Geschütze und Gefangenen, die uns der Feind abgenommen hatte, mitteilen sollte, konnte kein Mensch erwarten, doch auch der leider so objektiv denkende Deutsche nicht! Wir waren nicht das starke Volk, von dem mir gerade in jenen Tagen so oft gesprochen wurde! Das dauernde Lesen der feindlichen Heeresberichte hatte schon genug Schaden getan. Das Mißtrauen gegen die Meldungen der Obersten Heeresleitung ging stellenweise so weit, daß sie an der Hand der feindlichen Heeresberichte verglichen wurden. Das war so recht deutsch! War es nicht ein großerstrategischer Sieg, wenn wir die Flandernfront z. B. 1917 hielten, obschon wir taktische Mißerfolge hatten, die uns Gefangene und Materialverlust kosteten? Wenn ich meldete, der Feind wäre in  unsere Artillerie eingebrochen, so ergab sich hieraus der Verlust an Gefangenen und Geschützen. Genügte das nicht? Wollte man noch im Unglück wühlen? Die Oberste Heeresleitung hatte den Abdruck der feindlichen Heeresberichte im Vertrauen auf die Einsicht des deutschen Volkes zugelassen. Ich hatte später die Empfindung daß es ein Fehler war. Der Feind trieb mit seinen Berichten förmlich Propaganda bei uns und drückte unsere Stimmung. Ein nachträgliches Verbot, die Berichte wiederzugeben, erschien mir allerdings noch fragwürdiger. Frankreich wußte sehr gut, warum es den Abdruck unserer Heeresberichte nicht zuließ, obwohl wir keinerlei Propaganda durch sie trieben. Daß ich auch Rücksichten auf den Eindruck der Heeresberichte bei den Verbündeten zu nehmen hatte, habe ich dargelegt. Dies war schwerwiegend in einer Lage, in der unsere Bundesgenossen alle Hoffnungen auf uns setzten. Eins muß unbedingt zugegeben werden: die Wolffschen Kommentare zu meinen Heeresberichten, die in Berlin entstanden und lediglich für das neutrale Ausland bestimmt waren, hatten keine glückliche Fassung. Für den Ton der Telegramme lagen gute Gründe vor. Als ich aber die sich hieraus ergebenden Mißstände erkannte, stellte ich sie sofort, wenn auch zu spät ab.“

„Viele Menschen waren schon mit dem Vorschlag meiner Kanzlerschaft an mich herangetreten. Dieser Gedanke war verfehlt, wenn auch gut gemeint. Die Arbeit, die ich zu bewältigen hatte, war ungeheuer; um den Weltkrieg zu führen, mußte ich das Kriegsinstrument beherrschen. Das verlangte schon eine ungewöhnliche Arbeitskraft. Undenkbar war es, daneben noch die Leitung der so ungemein schwerfällig arbeitenden Regierung zu übernehmen, die noch vielmehr einen ganzen Mann erforderte. Lloyd George und Clemenceau konnten Diktatoren sein, die Kriegführung im einzelnenbeschäftigte sie aber nicht. Deutschland brauchte einen Diktator, der in Berlin und nicht im Großen Hauptquartier saß. Dieser Diktator mußte ein Mann sein, der die Verhältnisse in der Heimat  vollständig übersah und kannte. Ihm wäre Berlin vielleicht gefolgt. Ich konnte diese Aufgabe nicht übernehmen. Im Kampf mit mir selbst wurde ich mir darüber klar. Nicht scheu vor Verantwortung hielt mich davor zurück, sondern die klare Erkenntnis, daß eine Menschenkraft nicht ausreicht, das Volk in der Heimat und das Heer am Feinde in diesem Volks- und Weltkriege allen Widerständen und Reibungen zum Trotz, denen ich als Vertreter des berüchtigten Militarismus überall begegnet wäre, gleichzeitig zu führen.“

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Wilhelm Ludendorff, sein Vater

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Kläre Ludendorff, seine Mutter

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Erich Ludendorff im Alter von 3 Jahren, sowie sein Geburtshaus.

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Die Ahnentafel von Erich Ludendorff.

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Erich Ludendorff – Deutsche Abwehr – 1936

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Quelle: Metapedia

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