Am 9. Dezember 1947 ermordet: Hanns Ludin, SA-Obergruppenführer, Gesandter des Deutschen Reiches in der Slowakei

Hanns Elard Ludin (* 10. Juni 1905 in Freiburg im Breisgau; † 9. Dezember 1947 in Preßburg), SA-Obergruppenführer, war in der Zeit des Nationalsozialismus ab 1941 als Repräsentant des Deutschen Reichs bei der Tiso-Regierung. Er wurde als verurteilter „Kriegsverbrecher“ hingerichtet.

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Hanns Ludin (1905-1947)

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Die Geschichte eines Mannes, der gegenüber dem Dritten Reich stets kritisch war, aber dennoch loyal blieb.

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Einführung

Er war ein Wanderer zwischen den Welten. Kaum einzuordnen war Hanns Elard Ludin in „linke“ und „rechte“ Schablonen. Zweifellos war er, der für seine Treue zum Deutschen Reich mit dem Tod bezahlen musste, ein treuer und aufrechter Nationalist. Während die politische Korrektheit heute ein Schwarz-Weiß-Bild über das Dritte Reich malt, ist Ludin der Beweis dafür, dass nicht jeder, der sich für das Deutsche Reich einsetzte, ein »blinder Gefolgsmann« war.

Zu den zu Unrecht Vergessenen der jüngeren deutschen Geschichte zählt Hanns Elard Ludin, der am 10. Juni 1905 in Freiburg im Breisgau geboren wurde und vor allem durch seine Rolle als Angeklagter im so genannten „Ulmer Reichswehrprozess“ im September/Oktober 1930 bekannt wurde. Dieses Verfahren ermöglichte seinerzeit Adolf Hitler die Ablegung seines „Legalitätseides“, der die Versicherung des nationalsozialistischen Parteiführers beinhaltete, die Macht in Deutschland nur auf legalem Wege anzustreben. Ebenso wie seine Kameraden Wendt und Scheringer war Ludin damals wegen seiner 1929 aufgenommenen Verbindungen zur NSDAP, die angeblich auf die Bildung einer illegalen Parteizelle in der Reichswehr abzielten, vor dem Leipziger Reichsgericht angeklagt worden. Das Leben des aus soliden bürgerlichen Verhältnissen stammenden Hanns Elard Ludin verlief bis zu seinem Ende am 9. Dezember 1947 unter dem Preßburger Galgen ebenso abenteuerlich wie vor allem geradlinig. Anders als die anfangs ebenfalls für den Nationalsozialismus begeisterten Gefährten Wendt und Scheringer blieb Ludin aber seiner Partei treu. Wendt hingegen wandte sich demgegenüber später der „Schwarzen Front“, also der von Otto Strasser gegründeten linken NSDAP-Abspaltung zu, während Richard Scheringer auf der pommerschen Festung Gollnow, wo er seine gegen ihn verhängte Gefängnisstrafe absitzen musste, dank seiner dort zustande gekommenen Kontakte zu Kommunisten der KPD beitrat. Ludin dagegen, in Rastatt inhaftiert, machte nach seiner Ende 1930 erfolgten Freilassung innerhalb der SA Karriere.

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Karriere

Zuletzt hatte er dort den Rang des Führers der „Gruppe Südwest“ mit Sitz in Stuttgart inne. Der junge Obergruppenführer, der seit Juli 1932 auch dem Reichstag als Abgeordneter angehörte, bemühte sich dabei von Anfang an um die Gewinnung der Arbeiterschaft für den „Deutschen Sozialismus“. Diesem Ideal blieb er während der ganzen Herrschaft des »Dritten Reiches« verbunden. Die Solidarität mit Andersdenkenden war ihm in diesem Zusammenhang stets eine Selbstverständlichkeit. Richard Scheringer, bis zu seinem Tode im Mai 1986 Mitglied des DKP-Parteivorstandes, berichtet beispielsweise verschiedentlich in seinen unter dem Titel „Das große Los“ erschienenen Memoiren von diesen Aktivitäten des SA-Obergruppenführers Ludin, die ihm zuletzt nach dem 30. Juni 1934, also der so genannten „Röhm-Revolte“, das Leben rettete. Der eben selber nur knapp der eigenen Hinrichtung entgangene Ludin setzte sich zu diesem Zeitpunkt, so der Zeitzeuge Scheringer, auf sein Motorrad, um ihn, den Kommunisten in Kösching bei Ingolstadt vor der drohenden Festnahme zu warnen. Später erschien er dort mehrfach, um durch seine demonstrative Anwesenheit auf dem Bauernhof des späteren bayerischen KPD-Landesvorsitzenden dessen gesellschaftliche Reputation zu verbessern, der im Zweiten Weltkrieg als Artillerieoffizier bis zuletzt seine Pflicht erfüllte. Auch Ludin stand selbstverständlich nach dem 1. September 1939 an der Front. Bis 1941 war er als Hauptmann und Batterieführer in Polen und Frankreich zu finden. Das Jahr 1941 konfrontierte ihn dann allerdings mit neuen Aufgaben. Er wurde, gleich anderen hohen SA-Führern, in den Auswärtigen Dienst des Deutschen Reiches übernommen. Hierbei löste Ludin im genannten Jahr den Gesandten Manfred von Killinger, der selber aus der SA hervorgegangen war und bis 1935 das Amt des sächsischen Ministerpräsidenten bekleidete, als Vertreter Berlins in der Slowakischen Republik ab. Bis zum Kriegsende setzte sich der Badener Ludin für einen gerechten Interessenausgleich zwischen Deutschland und der mit ihm verbündeten Slowakei ein. Daran konnte auch der im Sommer 1944 ausbrechende sogenannte „Slowakische Nationalaufstand“ nichts ändern, der mit seinen zahlreichen Morden an Angehörigen der karpatendeutschen Volksgruppe einen furchtbaren Vorgeschmack auf die Exzesse des Frühsommers 1945 brachte. In enger Kooperation mit dem slowakischen Staatspräsidenten Monsignore Josef Tiso und den Organen von dessen »Slowakischer Volkspartei« schuf er zugleich wichtige Voraussetzungen für den Fortbestand der deutsch-slowakischen Waffenbrüderschaft.

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SA-Führer Hanns Ludin auf dem Reichsparteitag der NSDAP 1937

Kriegsende

Freiwillig stellte er sich den Amerikanern, um sich ihnen gegenüber für seine Arbeit in der Slowakei zu verantworten. Der mit ihm im VS-amerikanischen Internierungslager Natternberg bei Plattling inhaftierte Schriftsteller Ernst von Salomon berichtet in seinem berühmt gewordenen autobiographischen Roman „Der Fragebogen“ ausführlich von dieser letzten Etappe in Ludins Leben, das in des Wortes buchstäblicher Bedeutung der Herausbildung eines wahren, vorgelebten Sozialismus gegolten hatte. Mehrfach boten sich ihm in diesem niederbayerischen Lager sichere Fluchtmöglichkeiten. Ludin verweigerte sich diesen jedoch standhaft, wollte er doch, wie von Salomon auf Seite 649 seines schon unmittelbar nach dem Erscheinen sehr positiv aufgenommenen Werkes schreibt, „die Verantwortung für alles, was in der Slowakei geschah« auf sich nehmen. Diesen Weg der Wahrheit ging er weiter bis an sein bitteres Lebensende. Von den Amerikanern an die Tschechoslowakei des fanatischen Deutschenhassers Benesch ausgeliefert, wurde ihm in Preßburg der Prozeß als „Agent einer feindlichen Macht“ gemacht. Zum Tode verurteilt, lehnte er stolz jedes Gnadengesuch ab. Sein alter Kamerad Richard Scheringer bemühte sich hingegen um eine Revision dieses Terrorurteils, was ihm aber natürlich nicht gelingen konnte. Die letzte Seite des „Fragebogens“ ist dem Ende des ehemaligen deutschen Gesandten Hanns Elard Ludin gewidmet: „Entsetzlich abgemagert in seinem viel zu weit gewordenen grauen Flanellanzug bekam er den Strick um den Hals gelegt. Der Henker drehte ihn langsam zusammen. Hanns Ludin litt zwanzig Minuten. Seine letzten Worte waren ein Gedenken an seine Frau und seinen Sohn Tille und der Ruf:

„Es lebe Deutschland!“

Konsequent und geradlinig ging dieser echte deutsche Sozialist am 9. Dezember 1947 in den Tod.

swas
Quelle: Metapedia

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